Peru: Im Bann der Inka
Vom tief eingeschnittenen Colca Canyon über den Titicacasee bis zum Weltkulturerbe Machu Picchu. Weltweitwandern-Gast Elisabeth erfüllte sich mit ihrer Peru-Reise einen langgehegten Traum.
Es ist früh am Morgen, als Elisabeth vor Machu Picchu steht. Noch ziehen Nebelschwaden durch die alte Inkastadt. Sie lauscht den Erzählungen ihres Guides Imer, schaut auf die jahrhundertealten Mauern und wird ganz still: „Ich war sprachlos und völlig überwältigt. Wirklich vor Ort zu stehen hat eine ganz besondere Qualität.“ Machu Picchu bildet den eindrucksvollen Höhepunkt einer Reise, die Elisabeth durch komplett unterschiedliche Landschaften und tief hinein in die Geschichte und Kultur Perus führt. Doch bevor die Reise dort ihren Abschluss findet, warten noch zahlreiche prägende Erlebnisse.
Zu Fuß durch den Colca Canyon
Eine der ersten großen Etappen führt Elisabeth in den Colca Canyon, einen der Gründe, warum sie sich für die Reise „Peru – Schätze der Inka“ entschieden hat: Der Colca Canyon gilt als einer der tiefsten Canyons der Welt. Schroffe Felswände treffen hier auf gewaltige, von Menschenhand geformte Terrassenfelder. „So eine Landschaft habe ich zuvor noch nie gesehen“, sagt sie rückblickend. Zwei Tage ist die Weltweitwandern-Gruppe hier zu Fuß unterwegs. Begleitet wird die Gruppe im ersten Teil der Reise von Local Guide Yuri. „Sie hat sehr umsichtig auf uns geschaut, damit wir gut mit der Höhe zurechtkommen“, erzählt Elisabeth. Vom kleinen Andenort Cabanaconde führt der Weg tief hinunter in den Canyon und anschließend knapp 1.000 Höhenmeter zurück hinauf. Die Belohnung für die Anstrengung folgt am Cruz del Condor: Dort können die Weltweitwander:innen Andenkondore beobachten, die majestätisch über dem Canyon kreisen.
Zwischen Schilfinseln und Seeblick
Am Titicacasee fährt die Gruppe mit dem Boot zu den schwimmenden Inseln der Uros, einer Bevölkerungsgruppe, die seit Generationen am See lebt. „Dort haben sie uns auf spielerische und humorvolle Weise Einblick in ihren Alltag gegeben“, erinnert sich Elisabeth. Die Inseln werden aus getrocknetem Totora-Schilf gebaut – ebenso wie die traditionellen Schilfboote, in denen Elisabeth eine Rundfahrt unternimmt. Weiter geht es auf die Insel Amantaní, wo die Gruppe bei einer Familie übernachtet. „Ich hatte das große Glück, ein Zimmer mit Blick auf den Titicacasee zu haben – einfach unbezahlbar.“
Cusco und die Steinkunst der Inka
Schon die Fahrt nach Cusco, einst Hauptstadt und Zentrum des Inka-Reiches, wird für Elisabeth zum Erlebnis: „Ich konnte mich an der Landschaft, den Lamas und Alpakas und den Kulturstätten entlang der Strecke gar nicht sattsehen.“
In Cusco fasziniert sie vor allem, wie sichtbar die Geschichte der Stadt geblieben ist: Die spanischen Eroberer errichteten ihre Gebäude und Kirchen teilweise direkt auf den mächtigen Grundmauern der Inka. Immer wieder ist es Local Guide Imer, der solche Zusammenhänge erklärt und Geschichte mit der Gegenwart verbindet. „Er hat uns Peru mit großem Wissen nähergebracht“, erzählt Elisabeth.
Im Verlauf der Reise begegnet sie immer wieder monumentalen Bauwerken der Inka. Besonders die Inka-Anlage Sacsayhuamán versetzt sie ins Staunen: Tonnenschwere Steinblöcke, von denen einige weit über 100 Tonnen wiegen, wurden hier so exakt zusammengefügt, dass kaum eine Fuge zu erkennen ist. „Die Baukunst der Inka hat mich tief beeindruckt.“
Über den Salkantay-Pass
Vor dem mehrtägigen Zelttrekking auf dem Salkantay-Trek in Richtung Machu Picchu hat Elisabeth zunächst großen Respekt. „Die Organisation durch das lokale Team war dann aber hervorragend.“ Der Höhepunkt des Trekkings wartet am Salkantay-Pass auf über 4.600 Metern: Über der kargen Hochgebirgslandschaft erhebt sich der schneebedeckte Salkantay. „Beim Anblick des Gletschers waren die Mühen des Aufstiegs schnell vergessen“, erzählt sie.
Dann verändert sich die Landschaft grundlegend. Aus der kargen Hochgebirgswelt führt der Abstieg durch üppigen Nebelwald. Unterwegs besucht die Gruppe eine kleine Kaffeeplantage und erfährt, wie Kaffee angebaut und verarbeitet wird. Etwas frisch gerösteter Kaffee wandert mit Elisabeth nach Hause. „Wenn ich ihn später getrunken habe, waren die Erinnerungen an die Reise sofort wieder da.“
Machu Picchu: Ein besonderer Abschluss
Einen Teil der letzten Strecke legt Elisabeth mit dem Zug zurück und genießt noch einmal die vorbeiziehende Landschaft. Am nächsten Morgen erreicht sie schließlich das Ziel ihrer Reise: Machu Picchu. „Man steht vor den Bauten und staunt, mit welcher Präzision und Vorstellungskraft hier gearbeitet wurde.“ Bis heute sind die Eindrücke für sie lebendig: „Die Bilder sind noch immer so präsent. Ja, das war die Reise meines Lebens.“