Kirgistan: Land der Kontraste
Grüne Hochalmen und karge Steppen, schneebedeckte Gipfel und tiefblaue Hochgebirgsseen: Auf ihrer Reise durch Kirgistan erleben Beatrix und Georg ein Land voller Gegensätze.
Im angenehm warmen Wasser des Yssykköl schwimmen. Am Ufer eine wüstenähnliche Landschaft, am Horizont schneebedeckte Berge. Solche Kontraste begegnen Beatrix und Georg auf ihrer Reise „Kirgistan & seine Hochgebirgsseen“ immer wieder: „Binnen zwei Wochen haben wir wirklich jede erdenkliche Landschaft erlebt“, erinnert sich Beatrix.
Trekking zwischen Bergen & Steppe
Wie schnell sich Kirgistans Landschaften verändern, erleben Beatrix und Georg besonders beim Trekking im Chon-Kemin-Nationalpark: Beim Wandern prägen zunächst Wälder, Bäche und Blumenwiesen die Umgebung. Doch innerhalb weniger Stunden verändert sie sich grundlegend: „Du kommst von Norden und es ist grün und waldig. Dann gehst du über den Pass und bist in der Steppe“, erzählt Georg.
Für Beatrix und Georg ist das mehrtägige Zelttrekking eine Premiere. Umso mehr beeindruckt sie, wie gut alles organisiert ist: „Unser Bergführer Max war der Wahnsinn. Er fand immer genau das richtige Tempo für die Gruppe“, erzählt Georg. Während die Wandernden unterwegs sind, zieht das Begleitteam mit den Pferden voraus, transportiert die Ausrüstung, baut das Lager auf und kümmert sich um Wasser und Verpflegung.
Als die Gruppe am Lagerplatz ankommt, stehen die Zelte schon bereit. „Die Zeltplätze waren wunderschön gelegen“, erinnert sich Beatrix. Am Morgen erwartet sie eine kleine Überraschung: Das Team bringt Tee oder Kaffee direkt vors Zelt. „Roomservice auf zweieinhalbtausend Metern“, erzählt Beatrix schmunzelnd.
Auch ein Gewitter kann die Stimmung im Camp nicht trüben: Als das geplante Lagerfeuer ins Wasser fällt, wird im Gemeinschaftszelt kurzerhand gemeinsam gesungen. Einer der Pferdeführer stimmt ein kirgisisches Lied an, die Gruppe antwortet mit einem österreichischen. Dann sind wieder die kirgisischen Lieder an der Reihe. „Das war ein richtig kurzweiliger Abend“.
Nach den Tagen in den Bergen wartet am Yssykköl Entspannung. Beatrix und Georg genießen ein Bad im Hochgebirgssee, der aufgrund seiner enormen Größe auch als „kirgisisches Meer“ bezeichnet wird.
Local Guides als Türöffner
Neben den Wandererlebnissen sind es vor allem die Begegnungen, die Beatrix und Georg in Erinnerung bleiben. Eine Schlüsselrolle spielen dabei die beiden Local Guides Nurgul und Elena. „Sie waren für uns echte Türöffner“, erzählt Georg. „Ohne sie hätten wir viele Menschen gar nicht kennengelernt und das Land ganz anders erlebt.“ Auf Märkten und bei spontanen Begegnungen entstehen so immer wieder Kontakte mit der lokalen Bevölkerung. Längere Fahrten im Kleinbus nutzen die Guides, um vom Leben in Kirgistan zu erzählen: vom hohen Stellenwert der Familie, von Traditionen und dem Alltag im Land, aber auch von den vielen Sagen, die mit Kirgistans Landschaften verbunden sind.
Ein Abend in Karakol
In Karakol erlebt die Reisegruppe, was kirgisische Gastfreundschaft bedeutet: Statt in einem Restaurant zu essen, sind sie bei einer Familie zu Hause eingeladen. „Nurgul hat gesagt, wir sollen uns überraschen lassen, wo wir hinfahren“, erzählt Beatrix. „Und irgendwann merkt unser Fahrer: Die Straßen kommen ihm immer bekannter vor. Am Ende standen wir vor seinem eigenen Zuhause. Er wusste nicht, dass unsere Gruppe bei seiner Frau eingeladen war – und sie wusste nicht, dass ausgerechnet er die Gruppe fuhr. Das war für beide eine Riesenüberraschung.“
Drinnen ist der Tisch reich gedeckt. Zwischen den Gängen werden Segenswünsche ausgesprochen: für Gesundheit und für eine gute Reise. Später wird gemeinsam getanzt. „So viel Herzlichkeit habe ich davor und danach nie wieder erlebt“, sagt Beatrix. „Als Alleinreisende wären wir nie dort hingekommen.“
Traditionelles Handwerk
In Kochkor lernt die Gruppe traditionelles kirgisisches Filzhandwerk kennen. Sie besuchen eine Frauenkooperative, in der aus Schafwolle kunstvolle Filzteppiche und Sitzauflagen entstehen. Dabei erfahren sie nicht nur, wie aufwendig die Herstellung ist. Die Gäste dürfen auch selbst Hand anlegen und gemeinsam ein Stück filzen. Die Kooperative schafft für Frauen aus der Umgebung eine zusätzliche Einkommensmöglichkeit. Die Erlöse aus dem Besuch sowie dem Verkauf der handgemachten Stücke kommen direkt den Produzent:innen zugute.
Zu Gast am Songköl
Noch einmal ganz anders zeigt sich Kirgistan am Songköl. Auf über 3.000 Metern liegt der Hochgebirgssee inmitten einer weiten, grünen Weidelandschaft. Im Sommer ziehen viele Halbnomaden mit ihren Herden hierher und leben für einige Monate in Jurten.
Bei einer Wanderung wird die Gruppe spontan von einer Familie eingeladen. „In der Jurte war der Tisch bereits gedeckt. Wir wurden ganz selbstverständlich eingeladen und herzlich bewirtet“, erzählt Beatrix.
Am Abend übernachtet die Gruppe selbst in traditionellen Jurten. Für Beatrix und Georg ist das überraschend komfortabel: Der Boden ist mit Teppichen ausgelegt, bei Bedarf sorgt ein kleiner Ofen für Wärme. „In einer Jurte schlafe ich sofort wieder“, sagt Beatrix.
Eine Reise, die Lust auf mehr macht
Kirgistan bleibt Beatrix und Georg wegen seiner landschaftlichen Vielfalt, der vielen Begegnungen und nicht zuletzt wegen des Teams vor Ort in Erinnerung. „Wir haben uns rundum gut betreut gefühlt“, sagt Georg. Und die Reise hat Lust auf mehr gemacht: Die nächste Reise mit Weltweitwandern ist bereits geplant.