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Reiseberichte | Januar 2026

Jordanien: Ein Land, unzählige Welten

Zwischen Hochland, Wüste und Weltwunder: Sonja und Martina waren in Jordanien unterwegs und erlebten dabei eine enorme Vielfalt an Landschaften und Lebenswelten.

Schon bei der Ankunft wird klar: Jordanien heißt seine Gäste mit offenen Armen willkommen. Auf den belebten Straßen und geschäftigen Märkten der Hauptstadt Amman hört die 10-köpfige Reisegruppe immer wieder ein herzliches „Welcome to Jordan!“. „Diese Offenheit und Herzlichkeit spürt man sofort“, beschreibt Sonja ihre ersten Eindrücke.

Jordanien präsentiert sich als Land der Kontraste: „Von lebhaften Städten wie Amman bis zu traditionellen Beduinencamps, von schroffen Bergen bis zu weiten Wüstenlandschaften ist alles dabei. Jordanien ist kulturell wie landschaftlich unglaublich vielfältig“, beschreibt es Martina.

Biosphärenreservat Dana: Vom Hochland ins Wüstental

Diese Vielfalt zeigt sich besonders beim Wandern – etwa im Biosphärenreservat Dana, das für seine landschaftliche Schönheit und seine Tier- und Pflanzenvielfalt bekannt ist. „Wir sind frühmorgens hoch oben gestartet und dann rund 1.000 Höhenmeter ins Tal hinuntergewandert“, erinnert sich Sonja an diese Etappe. Die Route führt durch unterschiedliche Vegetationszonen, ständig verändert sich die Landschaft: Oben dominieren ockerfarbene Töne, Ziegenherden und weite Ausblicke, weiter unten wird das Gelände schroffer, die Farben intensiver – Rot-, Lila- und Brauntöne prägen die Landschaft. „Besonders überraschend war, wie lebendig diese scheinbar karge Umgebung ist“, erzählt Martina. „Da es kurz zuvor geregnet hat, blühte und wuchs überall etwas.

Natur- und Kulturerlebnis Petra

Ein weiterer Höhepunkt der Reise ist der Besuch der Felsenstadt Petra, UNESCO-Weltkulturerbe und eines der „Neuen Sieben Weltwunder“. Besonders eindrucksvoll ist die Ankunft über den „Hintereingang“: Abseits der touristischen Hotspots führt ein in Felsen gehauener Stufenweg vom Vorort Little Petra in die antike Stadt.

Anfangs sieht man vor allem diese riesigen Felswände in allen erdenklichen Farben“, schildert Martina. „Ständig begleitet einen diese Vorfreude – wann sieht man endlich mehr?“ Zunächst tauchen einzelne Grabmäler in der Ferne auf, dann erschließt sich nach und nach das wahre Ausmaß der einstigen Metropole und Hauptstadt des Königreichs der Nabatäer. „Als Petra dann plötzlich vor uns lag, war ich völlig überwältigt. Die Dimensionen sind gigantisch, extrem imposant“, erzählt Sonja. Begleitet von Guide Ahmad, der ihnen die Geschichte der Stadt näherbringt, besucht die Reisegruppe monumentale Königsgräber, das römische Theater und das Felsenkloster Ad Deir.

Wadi Rum: Leben in der Wüste

Nach dem monumentalen Petra zeigt sich im Süden Jordaniens eine völlig andere Welt. Mächtige Felsformationen in leuchtenden Farben prägen das Wüstental Wadi Rum. Im Wadi tauchen Sonja und Martina in eine Welt ein, die seit Jahrhunderten von den Beduinen geprägt ist. Die Beduinen sind ein traditionell nomadisch lebendes Volk. Ihr Alltag ist eng mit den Rhythmen der Natur, der Tierhaltung und der Wüste verbunden. Obwohl viele Familien heute sesshaft sind, haben sie sich ihre Kultur bewahrt.

Besonders beeindruckt Martina ein Gespräch mit dem Familienoberhaupt eines Beduinenstammes: „Er hat vor knapp 40 Jahren entschieden, dass sie sesshaft werden und in ein Dorf ziehen, damit die Kinder Bildung bekommen. Trotzdem hat er sich die Naturverbundenheit und das Nomadenleben im Herzen bewahrt und verbringt mehrere Monate im Jahr mit seinen Tieren in der Wüste.

In Wadi Rum übernachten beide in einem Wüstencamp. Die ersten Sonnenstrahlen am nächsten morgen sorgen für ein ganz besonderes Farbenspiel: „So einen Sonnenaufgang habe ich noch nie erlebt. Die Farben änderten sich im Sekundentakt – von einem fast nebligen Schimmer bis zu einem intensiven Gold-Orange. Das hatte eine ganz eigene Magie.

Kerzenlicht, Stille & Sterne: Die Feynan Ecolodge

Die Unterkünfte in Jordanien sind ein wesentlicher Teil des Erlebnisses. Ein ganz besonderer Ort ist dabei die Feynan Ecolodge – ein Vorzeigeprojekt für nachhaltigen Tourismus. Der Großteil der Lodge wird abends mit Kerzen beleuchtet, der notwendige Strom für Küche und Badezimmer stammt aus eigenen Solarpaneelen. Das Wasser kommt aus einer lokalen Quelle und wird vor Ort gefiltert. Gekocht wird rein vegetarisch – mit regionalen Zutaten, wo immer möglich. Gleichzeitig schafft die Ecolodge Arbeitsplätze für Beduinenfamilien aus der Region.

Fernab von künstlichem Licht wartet hier abends auf der Dachterrasse ein Erlebnis der besonderen Art: „Nach dem Abendessen hat uns das Team vor Ort den Sternenhimmel erklärt“, erzählt Sonja. „Wir sind einfach dagelegen, haben Tee serviert bekommen und die Sterne beobachtet. Sie haben uns gezeigt, wie die Konstellationen helfen, Erntezeiten zu erkennen und den Rhythmus der Natur zu lesen. Das war extrem lehrreich und ein völlig unerwartetes Highlight – ich wollte gar nicht mehr ins Bett.

Kulinarische Entdeckungen

Auch kulinarisch überrascht Jordanien. Die jordanische Küche ist vielfältig, aromatisch und dabei oft erstaunlich schlicht. „Egal, wo wir gegessen haben, es war immer ein Highlight“, erinnert sich Martina. „Vieles ist vegetarisch, mit frischem Gemüse, Kräutern und Brot.

Besonders in Erinnerung bleiben Mutabbal, ein cremiges Melanzanipüree, sowie Qalayet Bandora, ein einfaches, aber äußerst schmackhaftes Gericht aus Tomaten, Zwiebeln und Chilischoten. Ein weiterer kulinarischer Höhepunkt ist Maqluba, ein traditionelles Schmorgericht, das beim Servieren wie ein Kuchen gestürzt wird. Dieses konnten Sonja und Martina bei einem gemeinsamen Kochworkshop selbst zubereiten.

Für mich war dieser Kochworkshop ein echtes Highlight – vor allem wegen der Köchin“, erzählt Martina. „Sie ist eine beeindruckende, starke Frau, die sich mit Kochkursen und Workshops selbstständig gemacht, ein eigenes Kochbuch herausgegeben und eigene Gewürzmischungen entwickelt hat.

Schweben am Toten Meer

Nach intensiven Eindrücken führt der Abschluss der Reise zum Toten Meer. „Dieses Schweben im Salzwasser lässt sich nur schwer beschrieben, dass muss man erleben. Sobald man sein Gewicht verlagert, kippt man einfach um. Ein ganz komisches und lustiges Gefühl“, lacht Martina. Sonja ergänzt: „Wir sind reingegangen und haben nur noch gekichert. Ein idealer Abschluss.

Ahmad – ein Guide, der Welten verbindet

Ein Mensch, der Sonja und Martina von der Reise besonders in Erinnerung bleibt, ist ihr Guide Ahmad. „Ahmad war historisch und kulturell extrem versiert, hatte auf jede Frage eine Antwort – und war nicht nur Guide, sondern ein Teil der Gruppe. Wir haben uns super betreut gefühlt“, erinnert sich Martina. „Er verbindet Welten“, ergänzt Sonja. „Als jemand, der selbst aus einer Beduinenfamilie stammt, kennt er sowohl das traditionelle als auch das moderne Jordanien.

Viele Welten in kurzer Zeit

Das Fazit von Sonja und Martina fällt eindeutig aus: „Jordanien ist unglaublich reich an Erlebnissen. In kurzer Zeit erlebt man viele Once-in-a-Lifetime-Momente – inklusive eines Weltwunders. Man taucht sowohl in die traditionelle Beduinenwelt als auch in eher westlich geprägte Städte wie Amman ein. Wer gerne wandert und sich für Kultur und Geschichte interessiert, ist in Jordanien genau richtig.

Jordanien Reisetipps

Die Übernachtungen finden in festen Unterkünften statt. Nähere Details finden Sie im Tagesablauf oder in den Leistungen der Reise.
Die Übernachtungen finden in Zelten statt. Nähere Details finden Sie im Tagesablauf oder in den Leistungen der Reise.
15 Tage Wanderreise
mittel bis anspruchsvoll
ab € 3.590,-  / Person, inkl. Flug
Die Übernachtungen finden in festen Unterkünften statt. Nähere Details finden Sie im Tagesablauf oder in den Leistungen der Reise.
10 Tage Wanderreise
einfach bis mittel
ab € 2.990,-  / Person, inkl. Flug
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