Schottland: Wo Geschichten mitwandern
Weltweitwandern-Mitarbeiterin Sonja war in Schottland unterwegs und kehrte mit einem Rucksack voller Eindrücke zurück. Sie berichtet von alten Geschichten, gutem Essen und unserem erfahrenen Guide Rob, der die Gruppe tief in seine Wahlheimat eintauchen lässt.
„Ich war richtig überwältigt von den vielen Eindrücken“, sagt Sonja rückblickend. Auf der Reise „Schottland – Zwischen Moor, Mythen und Monadhliath“ zeigt sich die schottische Natur in vielen Facetten: Die Wanderungen führen die Gruppe durch die Highlands, entlang des Flusses Spey, in das Feuchtgebiet der Insh Marshes und hinauf in das weitläufige Monadhliath-Gebirge. Immer wieder öffnen sich weite Blicke über Hügel, Moore und Täler. Am Wegesrand grasen Schafe, schottische Hochlandrinder ziehen die Blicke auf sich. „Viele Schottland-Klischees wurden erfüllt“, erzählt Sonja lachend. Auch das Wetter zeigt sich typisch schottisch: wechselhaft, manchmal nass. „Man sollte schon flexibel sein“, sagt Sonja. „Aber das gehört zum ultimativen Schottland-Erlebnis einfach dazu.“
Wo Mythen lebendig werden
Je länger Sonja unterwegs ist, desto deutlicher wird: In Schottland sind die Landschaften nicht nur schön anzusehen, sie sind eng mit alten Legenden verwoben. Besonders spürbar wird das eines Abends, als eine lokale Geschichtenerzählerin von den Mythen und Sagen der Region erzählt. „Wir sind alle gemeinsam in unserer Unterkunft vor dem Kaminofen gesessen und haben den Geschichten gelauscht. Das war richtig entspannend“, erinnert sich Sonja. „Viele Orte, an denen wir unterwegs waren, tauchten in den Erzählungen wieder auf.“
Zu den eindrucksvollsten Momenten zählt für Sonja ein Abstecher zu den Clava Cairns, jahrtausendealten Steingräbern aus der Bronzezeit. „Im Abendlicht hatte dieser Ort eine ganz besondere Stimmung. Das war richtig mystisch.“
In der Stille der Highlands
Besonders gern denkt Sonja auch an den letzten Wandertag zurück: Die Weltweitwandern-Gruppe ist im Gebiet von Cairngorms Connect unterwegs, einem großen Renaturierungsprojekt im Cairngorms-Nationalpark, das natürliche Lebensräume wiederherstellen und die Artenvielfalt stärken möchte. Der Weg führt immer tiefer in ein abgelegenes Tal hinein, bis zu einer Bothy, einer einfachen, unbewirtschafteten Hütte, wie es sie in Schottland vielerorts gibt. Dort warten schwarzer Tee und ein Plausch mit einem Einheimischen. Dann bleibt Zeit, ein Stück allein weiterzugehen und die Umgebung auf sich wirken zu lassen. „Ich fand es total schön, neben dem Gruppenerlebnis auch Zeit für mich zu haben“, erinnert sich Sonja. „Du hörst dort nichts außer Vogelzwitschern, Wasserplätschern und den eigenen Atem. Das war noch einmal ein ganz besonderer Schottland-Moment.“
Zwischen den Wanderungen bleibt auch immer wieder Raum für kulturelle Einblicke. Im Highland Folk Museum erfährt die Gruppe mehr über das frühere Leben in der Region, bei einer Whisky-Brennerei darüber, wie das schottische Nationalgetränk hergestellt wird.
Rob: Guide, Gastgeber und Schottland-Kenner
Rob ist auf dieser Reise weit mehr als ein Wanderguide. Er ist Gastgeber, Naturkenner, Erzähler und Brückenbauer zur schottischen Kultur. „Rob ist ein empathischer, sehr erfahrener Guide. Er hat ein echtes Gespür dafür, was die Gruppe braucht“, sagt Sonja. Geboren und aufgewachsen im Raum Berlin, kam Rob vor rund 15 Jahren erstmals nach Schottland – und hat sich sofort in das Land verliebt. „Man merkt, wie sehr er für seine Wahlheimat brennt.“
Ankommen und wohlfühlen
Ein wichtiger Teil des Erlebnisses ist für Sonja auch die Unterkunft in Kingussie. Diese ist in einem ehemaligen Bahnhofsgebäude untergebracht. „Die Unterkunft war wirklich ein Wohlfühlort. Drinnen konnten wir gemütlich essen und zusammensitzen, draußen zogen die Züge vorbei. Das hatte ein ganz besonderes Flair.“ Die Lage am Bahnhof hat noch einen Vorteil: Viele Ausflüge mit Bus und Bahn starten direkt vor der Haustür.
Doch bevor es hinaus in die Landschaft geht, wartet ein besonderes Frühstück auf die kleine Wandergruppe. Rob und Co-Gastgeberin Selina bereiten täglich neue Spezialitäten zu, aus regionalen Zutaten und meist vegetarisch oder vegan. „Das Frühstück war jedes Mal ein Highlight“, betont Sonja. „Vom English Breakfast mit veganem Haggis und Porridge bis zu poschiertem Ei und türkischem Menemen war alles dabei.“
„Ob Wandererlebnis, Kultur, Natur, Kulinarik oder Nachhaltigkeit, diese Reise spielt alle Stücke“, lautet Sonjas Fazit. „Robs Ziel war es, uns Schottland so zu zeigen, wie er es auch seinen Freund:innen zeigen würde. Und das ist ihm gelungen.“
Tipp: Im Weltweitwandern-Podcast erzählt Rob im Interview mit Christian Hlade, wie aus einem zufälligen Besuch in Schottland seine neue Wahlheimat wurde. Außerdem spricht er über Mythen, Highland-Kultur, nachhaltiges Reisen und darüber, was Schottland für ihn so besonders macht.
Zur Podcast-Folge „Schottland: Unterwegs durch die Highlands mit Rob“