Per Fähre setzen wir auf die Insel Vulcano mit ihrem 400 Meter hohen Krater über. Ab dem Hafen weisen Schilder den Weg Richtung Gran Cratere. Die gesamte Insel ist aktiv und wird an zahlreichen Stellen überwacht, mit jeder Serpentine wird der Schwefelgeruch stärker. Überall blubbert und dampft es, in Sandalen kann man sich schnell Brandblasen holen. Unser Guide ist ganz in seinem Element: Die aktiven Vulkane, die uns die Kraft der Erde vor Augen halten, haben für sie etwas Bewusstseinsförderndes, Beflügelndes. Sie führt uns einmal um den Krater herum und dann hinab ins Valle dei Mostri, das „Monstertal“, wo sich skurrile Lavaformationen mit ein wenig Fantasie in mystische Gestalten verwandeln.

Später werden wir die Einsamkeit suchen: auf Alicudi, der unbekanntesten der Liparischen Inseln. Hier gibt es nur wenige Menschen, kaum Straßen und einfache Unterkünfte. Alicudi kam sogar in dem Film „Liebes Tagebuch“ von Nanni Moretti zu Ehren: Der Held flüchtet von Rom dorthin, um Ruhe zu finden. Wir erkunden auf Eselpfaden die am Hang verstreuten Bauernhäuser und das Kirchlein San Bartolo.

Danach geht’s per Fähre Richtung Stromboli, dem aktivsten Vulkan der Erde. Er empfängt uns schon mit seiner typischen Rauchwolke am Gipfel. Wenn es dunkel geworden ist, brechen wir mit einem Bergführer auf zum „lebenden Berg“. Wenn der Vulkan seine Lava in den nächtlichen Himmel speit werden wir Zeugen der Geburt neuer Steine und Erden.

Die immer noch als Geheimtipp geltenden Inseln in tyrrhenischen Meer vor Sizilien wurden zum UNESCO Weltnaturerbe erklärt. Wir erwandern noch unberührte Ecken dieser vom Vulkanismus geformten Landschaft und besuchen den einzigen ständig aktiven Vulkan Europas – den Stromboli.