Heute bestaunen wir die prächtige Landschaft mit dem Weißen Kreis, einem großen Talkessel mit steilen Wänden, und dem Jezerca (2.692 m), dem höchsten Berg der Albanischen Alpen. Unterwegs legt unser Guide Marin einen Zwischenstopp bei Schäferfamilien ein, die uns Kaffee, Honig und Raki anbieten. Schon mitten in den „Verwunschenen Bergen“, überschreiten wir am nächsten Morgen einen Pass, der jahrhundertelang die einzige Verbindung zwischen dem Valbona-Tal und dem Thethi-Tal war. Packesel tragen unser Gepäck. In unserer Pension in Theth erwartet uns leckeres, landestypisches Essen. Eine Kulla im Dorf erinnert an schaurige Traditionen: In einem solchen Turm schlossen sich vor langer Zeit von der Blutrache bedrohte Männer ein.

Wer sich zu dieser Reise aufmacht, sollte im Kopf haben, dass die Infrastruktur besonders im nördlichen Albanien noch nicht mit Mitteleuropa vergleichbar ist. Die Straßen sind mitunter rumpelig, mit Stromausfällen ist zu rechnen. Dafür erwarten uns spektakuläre Landschaften, wenn wir etwa mit dem Boot durch die Drini-Schlucht in den Kosovo fahren oder auf dem Berg Hajla (2.400 m) an der Grenze zu Montenegro den Weitblick genießen. Und Gastfreundschaft ist den Menschen hier heilig.

Ein Kontrastprogramm bietet der letzte Tag in Tirana. Erst fahren wir mit der Seilbahn auf den Hausberg der Hauptstadt, Dajti, abends spazieren wir durch das bunte Zentrum. Wer will, besucht den Blokku, ehemals Wohngebiet kommunistischer Politiker und jetzt angesagtes Ausgehviertel voll schicker junger Leute.

Auf mittelschweren Wandertouren, die bis uns in den Kosovo führen, lernen wir die nahezu unberührte Natur der Albanischen Alpen kennen.