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Weltweitwandern-Partnerworkshop: Tourismus-Revolution zwischen Dünen

Marrakesch – Weltweitwandern geht in Sachen interkulturelles Empowerment wieder ein Schritt voran: In einem Workshop in Marokkos Wüste tauschten sich Anfang März 33 Tourismus-Experten aus 15 Ländern über wesentliche Fragen und Herausforderungen des nachhaltigen Tourismus aus und kamen dabei zu wichtigen Einsichten.

Für Weltweitwandern-Gründer Christian Hlade ging ein Traum in Erfüllung: Jahrelang trug er die Idee in sich, Partner und Guides aus dem weltumspannenden Weltweitwandern-Netzwerk zu einem gemeinsamen Workshop über die Zukunft des nachhaltigen Tourismus nach Marokko einzuladen. Ende Februar/Anfang März 2017 war es so weit: 30 Weltweitwandern-Partner aus 15 Ländern und drei Fachexperten aus Österreich trafen sich in Marrakesch. Die weiteste Anreise hatten Dhiran Warnakulasuriva aus Sri Lanka sowie Altanbagana Deleg und Tsolmon Baseei aus der Mongolei hinter sich. Von Marrakesch aus brach die Gruppe in die Sahara auf, um im Rahmen einer Wüstenwanderung wichtige Fragen des nachhaltigen Tourismus zu diskutieren, zum Beispiel: Wie geht man mit den geänderten Bedürfnissen einer zunehmend gesundheitsbewussten, vernetzten und tendenziell älter werdenden Kundengruppe um? Wie mit interkulturellen Herausforderungen, Tabu-Themen und dem gesteigerten Wunsch nach Sicherheit? Und wie mit den globalen Auswirkungen des Klimawandels im Hinblick auf den enormen Wasser- und Energieverbrauch im konventionellen Tourismus?

 

„Walkie-Talkie“: Gedankenaustausch im Gehen

Moderiert wurde der Workshop von Margit Leuthold, der ehemaligen Leiterin von respect – Institut für integrativen Tourismus und Entwicklung, Wien. Nachhaltigkeitsexperte Christian Baumgartner von der response & ability GmbH, Wien, und Tourismus-Professor Harald A. Friedl von der FH Joanneum, Bad Gleichenberg, brachten ihre fachliche Expertise ein. Arbeitsgruppen im Gemeinschaftszelt und Gespräche im Gehen – bei Wanderungen durch die Dünen der Sahara – wechselten einander ab. „‘Walkie-Talkie‘ wurde für uns zum geflügelten Begriff für den Gedankenaustausch im Gehen“, erzählt WWW-Marketingleiterin Nina Kraxner. Neben Anregungen, wie sich in den verschiedenen Ländern ökologische, soziale und interkulturelle Probleme angehen lassen, war eine wichtige Erkenntnis für alle Anwesenden, wie notwendig es ist, sich gemeinsam – über nationale und kulturelle Grenzen hinweg – den Herausforderungen der Zeit zu stellen.

 

Anregungen für Logistik, Sicherheit und Klimaschutz – gemeinsames Nachdenken als Geschenk

„Was wir machen und wollen, ist eine Revolution im Tourismus“, resümiert WWW-Chef Christian Hlade: „Bei Weltweitwandern geht es nicht darum, als Europäer den Leuten im Süden zu zeigen, ‚wie es geht‘, sondern wir lernen voneinander und miteinander. Wir lernen von Marokko, von Sri Lanka, von Kirgistan … Wir lernen durch Begegnung, durch gemeinsames Wandern, gemeinsames Reisen.“

Konkret am Plan stehen jetzt weitere Verbesserungen in Sachen Logistik: Marokko-Partner Lahoucine Taha und sein Gastgeber-Team in Marrakesch haben die WWW-Partner durch die hohe Qualität der Organisation sehr beeindruckt. Im Hinblick auf das Sicherheitsthema wird an der Verbesserung von Notfallplänen in den einzelnen Ländern gearbeitet. Und was den ökologischen Fußabdruck betrifft, so will Weltweitwandern neue Wege der CO2-Kompensation prüfen und beschreiten.

Auch in Sachen Guide-Ausbildung will man das Know-how bündeln. Und ganz sicher ist, dass weitere Workshops stattfinden werden. „Wir werden unser globales touristisches Wissen noch besser vernetzen”, sagt Christian Hlade. „In der Wüste zu wandern und dabei mit 30 Partnern aus der ganzen Welt an unseren Reiseprodukten zu arbeiten und über die großen Themen des Reisens nachzudenken, war einfach großartig. Dass wir dabei so viel Spaß miteinander hatten und Freude erleben durften, war ein ganz großes Geschenk!“

Und auch für den Gastgeber Lahoucine Taha, WWW-Partner in Marokko, der mit seinem Team einen perfekten Rahmen für den Workshop in der Wüste organisiert hatte, war es „eine wunderbare Woche! Dass Christian uns hier zusammengebracht hat, war das größte Geschenk, das er uns machen konnte.“

 

Statements:

„Ich habe in meinen über 30 Jahren Gruppenmoderationserfahrung noch keine so große Gruppe von so unterschiedlichen Menschen erlebt, die miteinander so neugierig, interessiert, respektvoll und einander anerkennend kommuniziert und miteinander gelacht haben. Eine wunderbare Erfahrung, und ich bin dankbar, dass ich dabei sein durfte.“ – Margit Leuthold, ehemalige Geschäftsführerin von respect. Institut für integrativen Tourismus und Entwicklung, Wien

 

„Es war inspirieren und berührend, mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen über Themen zu reden, die uns alle betreffen. Das hat uns enorm zusammengeschweißt und optimistisch gestimmt, weil wir gemeinsam daran arbeiten können. Ich werde die gewonnene Erfahrung ins Grazer Büroteam weitertragen, denn die Verbindung mit unseren weltweiten Partnern ist eines der größten Qualitätsmerkmale von Weltweitwandern.“ – Nina Kraxner, Marketingleiterin von Weltweitwandern

 

“Die Zukunft des Tourismus liegt in der Nachhaltigkeit, egal ob man sie so oder anders nennt. Es geht um Empowerment der lokalen Bevölkerung für ihre Entwicklung – ganz im Sinne des aktuellen UN-Jahres für Nachhaltigen Tourismus für Entwicklung 2017. Es geht um lokale Identitäten und darum, den Tourismus auch klimaschonender zu machen. Der Workshop von Weltweitwandern hat wieder gezeigt, was eigentlich alles möglich ist, wenn Personen und Persönlichkeiten im Tourismus hinter zukunftsorientierten Ideen stehen, ihnen ein Gesicht geben und andere bei der Umsetzung mitreißen.” – Christian Baumgartner, response & ability GmbH, Wien

 

Ausgangspunkt: Draußen miese Stimmung – Trumpismus, Brexit, Orbans, Syrien, Klimawandel, Nordkorea-Krise, No Future … Und dann dies: 33 Menschen aus 15 Nationen, drei Kontinenten, vier Weltreligionen und 16 Unternehmen ziehen gemeinsam durch die Wüste … und verstehen sich gut. Sie stellen sich den Problemen der Zukunft: großen Problemen, scheinbar unlösbaren Problemen, wie Klimawandel, interkulturelle Konflikte, Tabus etc. – reden offen darüber und entwickeln gangbare Lösungen. Und fühlen sich gut dabei, lachen, singen, feiern, spielen, träumen unter den Sternen … Das ist „Weltweitwandern-Spirit“ in Reinkultur. Das ist gelebte Gegenkultur zu Pegida, Identitären, IS und anderen verzweifelten Nihilisten. Es sind sprießende Samenkörner in der Wüste scheinbarer Aussichtslosigkeit. Das Miteinander funktioniert! Und das stimmt zuversichtlich. Weltweitwandern wirkt …!“ Harald A. Friedl, Professor für angewandte Tourismuswissenschaften an der FH JOANNEUM Bad Gleichenberg