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Polen: Insiderinfos zum Wandern und Reisen

 

Ein Bericht unseres Polen-Guides Andreas über Wandermöglichkeiten in Polen, die kleinen und besonderen Gästehäuser und Pensionen die es zu entdecken gibt und wie man bequem nach Polen mit der Bahn reisen kann.

 

Was ist das Besondere am Wandern in Polen?

Polen ist ein sehr vielfältiges Land, da ist für jeden Wanderer und jeden Reisenden etwas dabei:

– Im Norden begeistern etwa urige Wasserlandschaften: die weitläufigen Seengebiete in Masuren und Pommern sowie die Ostseeküste mit ihren Wanderdünen, auf denen man auch prächtig wandern kann.

– Im Süden zieht der Gebirgszug der Karpaten zu jeder Jahreszeit Naturbegeisterte an, eine Sichtung etwa von Bären ist da keine große Seltenheit. Im Grenzgebiet Polens mit der Slowakei befinden sich die höchsten Karpatenberge, das ist der Gebirgsstock der Hohen Tatra, da drängen sich auf kleinem Raum viele wild zerklüftete Felsenberge.

– Der Osten wiederum ist immer noch sehr ursprünglich und bietet dabei auch unterschiedlichste Naturschätze, wie etwa den größten Flachland-Urwald Mitteleuropas und man trifft hier auf ansonsten in Mitteleuropa längst ausgestorbene Tiere, wie das Wisent bzw. Europäischer Bison.

– Im ganzen Land, vor allem auch um die Hauptstadt Warschau, gibt es immer noch von Wandertouristen unentdeckte wunderschöne Uferwege an den letzten großen unregulierten Flüssen Mitteleuropas: Weichsel, Narew und Bug. Wenn´s nach mir geht, einer der größten Geheimtipps, auch weil sogar viele Polen davon kaum Bescheid wissen.

Bei der Vielfalt und Größe des Landes wundert es nicht, dass es hier 23 Nationalparks und mehr als 72.000 markierter Wanderwege gibt, und dass einige dieser Wege bereits seit mehr als 130 Jahren existieren! Das Wandern ist auch eine der beliebtesten Freizeit-Aktivitäten der Polen. Aufgrund der Weitläufigkeit der Naturlandschaften trifft man aber im polnischen Flach- und Hügelland meist nur wenig Leute auf diesen Wegen, so kommt man auch einfach in ein nettes Gespräch mit den Einheimischen. Da ich seit mehr als 20 Jahren im Land lebe, kenne ich auch sehr viele unmarkierte Pfade, die durch ihre Ursprünglichkeit meist noch viel attraktiver sind. Das bestätigten mir auch bereits viele Wandergäste.

Eine weitere Besonderheit sind sehr sehenswerte Klein- und Großstädte, die zumindest in der Altstadt zu allermeist ihren mittelalterlichen Charme bis heute bewahrt haben. Bei jeder meiner Wanderreisen kommen wir deshalb auch in interessanten Städten vorbei und lernen dabei auch das Land besser kennen. Insgesamt bieten sich hier in Polen zumindest etwa 20 Städte für eine unvergessliche Städtereise an.

Was muss man in Polen unbedingt gesehen haben?

Dies hängt sehr von unseren persönlichen Vorlieben ab. Bei der Größe des Landes ist es jedenfalls sinnvoll, sich vorerst auf eine oder zwei Regionen bei einer Reise zu beschränken. Ich denke eine oder zwei der bekanntesten Großstädte – etwa Danzig, Thorn oder Krakau – sollte man gesehen haben. Naturbegeisterten, die das erste Mal in die polnische Natur kommen, empfehle ich dafür die weitläufigen, unberührten Flachland-Naturlandschaften, da es dies in diesen Dimensionen etwa in Österreich nicht gibt. Dafür bieten sich jedenfalls Masuren und auch Pommern, die Kulturlandschaft an der Ostsee, an.

Wann ist die beste/optimale Wanderzeit für Polen?

In Polen ist es das ganze Jahr über nett draußen zu sein. Die Saison für Sommerwandertouren, je nach Region, ist in der Regel von April/ Mai bis Oktober/ November. Wobei September und Oktober hier die Monate sind, in denen mich die Natur am meisten begeistert. Dies liegt am besonderen Licht, den herbstlichen Farben der Felder und des Laubes und am meist stabilen und oft trockenen Herbstwetter.

Im Vergleich etwa zum österreichischen Alpenvorland, sind die Winter im Großteil Polens kaum strenger, nicht schneereicher, aber etwas länger. Die Sommer sind – abseits von Meer und Bergen – etwas heißer, viel trockener und vor allem auch viel länger. Durch den größeren Einfluss des kontinentalen Klimas geht der Übergang von den langen Wintern zum heißen Sommer relativ schnell. Ein Traum für jeden Wanderer sind der meist schon recht warme, und trockene Frühling ab April&Mai sowie der genauso warme und trockene Herbst bis Oktober, teils bis Anfang November. Der Hochsommer ist in Polen die Hauptferienzeit und Hauptwanderzeit, durch die teils sehr heißen Temperaturen verbringe ich diese Zeit aber lieber etwa an (oder in) einem der schönen und naturbelassenen Seen oder in einem der wilden und oft auch sauberen Flachlandflüsse, entweder im Kajak oder beim Flussbaden.

Gibt es in Polen Mücken und andere unangenehme Tiere?

Weitläufige Sumpflandschaften, kaum vom Menschen berührte Wasserlandschaften sind generell auch für Stechmücken ein Paradies. Allerdings haben sie in Naturgebieten mit funktionierendem ökologischem Gleichgewicht auch ihre natürlichen Feinde, wie etwa eine riesige Anzahl an Vögeln. So gibt es etwa in unserer sehr naturbewussten Unterkunft in Masuren „hauseigene“ Fledermäuse, deshalb können wir auch abends das abendliche Lagerfeuer von Mücken vollkommen ungestört genießen, unsere besinnlichen Gespräche unterbricht dafür im September das Röhren der Hirsche.

Insgesamt stören uns bei unseren Wanderreisen Stechmücken eigentlich nie, es gibt davon auch in Polen nicht mehr als in wasserreichen Flachlandgebieten in Österreich oder Deutschland. Es gibt Jahre, an denen sie kaum vorhanden sind, alle paar Jahre können sie vorwiegend in der Zeit von Mai bis Juli zur Plage werden, ab August/ September sind sie wieder verschwunden.

Es ist besser für alle Fälle einen Mückenspray mitzunehmen, allerdings kommt er kaum zum Einsatz. Seit etwa 5 Jahren führe ich Wanderreisen in Polen, dabei hatten wir vielleicht zwei Mal (bei zwei einzelnen Wanderungen) den Spray gebraucht.

Vor allem in den Bergen gibt es Braunbären und Wölfe. Begegnungen mit großen Wildtieren sind bei unseren Reisen selten, und sind bei richtigem Verhalten der Wanderer an sich ungefährlich. Wanderer freuen sich in der Regel auf Fotos, die nicht ganz alltäglich sind. Allerdings sind wilde Tiere sehr scheu und daher nicht sehr einfach anzutreffen, man kann also nicht davon ausgehen, welche zu sichten. Bisher hatte ich etwa 10 Wandergruppen in der Hohen Tatra, aber nur eine Gruppe hatte das Glück Bären zu sehen. In den Karpaten sollte man jedenfalls in vielen Gebieten vermeiden, noch in der Abenddämmerung am Wanderweg zu sein, da man bei schlechter Sicht unverhofft den Tieren zu nah kommen kann.

Auf was muss man in Polen aufpassen?

Wódka ist sehr stark und wird in Polen immer pur und „auf ex“ getrunken J

Ansonsten ist Polen mittlerweile seit vielen Jahren eines der sichersten Reiseländer weltweit. Man kann normalerweise unbedenklich überall auch alleine in der Nacht herumspazieren. Sollte man mal etwas in einem Lokal oder einer Straßenbahn vergessen haben, wird es in aller Regel aufbewahrt. Ich habe die letzten 15 Jahre von niemandem etwas über einen Diebstahl gehört, obwohl ich in Warschau lebe.

Wie ist das Essen während der Wanderungen in Polen?

Wir haben bei allen Polen-Reisen ein tägliches gemeinsames Essen nach den Wanderungen inkludiert. Durch die besondere polnische Gastfreundschaft ist das Essen gemeinsam in der Gruppe eine gute Gelegenheit, Land und Leute kennenzulernen. Wir unterstützen dabei auch immer kleine Familienbetriebe, die allesamt etwas Besonderes bieten.

Gerne organisiere ich diese Essen als Guide so, dass verschiedene polnische Köstlichkeiten und lokale Besonderheiten auf den Tisch kommen, und dabei alles, auf was man Lust hat, ausprobiert werden kann. Am Tisch steht auch immer ein Gruppen-Getränk, wie etwa – typisch polnisch – der Saft vom Kompott, oder ein Ribisel-Saft.

Alkoholische Getränke sind dabei nicht inkludiert und extra zu bestellen, damit man sich nicht mit anderen Gruppenmitglieder absprechen & ev. beschränken muss, und dabei auch alkoholhaltige Besonderheiten ausprobieren kann, wie ein kühles Bier von der kleinen Brauerei aus der Nachbarschaft. Allerdings – was wenige wissen – es gibt auch einige Lokale im Land ohne Alkohollizenz, und es wird auch in Polen nicht mehr getrunken als in unseren westlichen und südlichen Nachbarländern.

Das Frühstück genießen wir immer bei unseren Gastgebern und ist in Polen traditionell sehr reichhaltig, meist als Buffet mit sehr viel Salaten, Fisch oder Fleisch und meist auch mehreren warmen Gerichten.

Wie geht es mir als Vegetarier/in in Polen?             

 Es wird gerne Fisch und Fleisch gegessen, aber wer davon nichts mag, ist hier trotzdem im Paradies! Vor allem auf gesunde, ausgewogene Ernährung wird hier sehr viel Wert gelegt, egal, ob man zuhause kocht oder in ein Gasthaus geht. Vor allem die Rohkostsalate in allen möglichen Variationen, Krautspezialitäten, Gerichte aus Frischkäse und die berühmten Teigtaschen (Pierogi) – vor allem vegetarisch – sind eine polnische Spezialität.

Wo nächtigen wir in Polen?

 Bei jeder unserer Wanderreise in Polen nächtigen wir in ausgewählten, meist inhabergeführten, Gasthäusern und Pensionen. Alle dieser Häuser haben etwas Besonderes, etwa in Masuren ist es die ländliche Eleganz der alten, aufwändig renovierten Papiermühle und die Gastfreundschaft der tunesisch-masurischen Gastgeberfamilie sowie ihre masurisch-tunesische Fusionsküche, die es wahrscheinlich nur einmal auf der Welt so gibt. Unikal ist auch die künstlerisch gestaltete Unterkunft in Pommern an der Ostseeküste, bei einer Künstlerin, die im Winter liebevoll Bilder malt und im Sommer genauso liebevoll Gäste bewirtet. In Warschau wiederum nächtigen wir bei einem städtischen Umwelt- und Gesellschafts-Aktivisten, der etwa Einkäufe für unser Essen auch mit dem Rad besorgt und auf dem Dach des Hauses im Stadtzentrum Bienen züchtet, um uns ökologischen Stadt-Honig servieren zu können. In Krakau wiederum nächtigen wir mitten in der Altstadt in renovierten, authentischen Jugendstilwohnungen aus der Zeit der österreichischen Monarchie. Sehr ländlich geht es im Bialowieza-Nationalpark zu, da sind wir bei einer Bauern-Familie mit familieneigenem Freilichtmuseum in einem früher von Holzfällern bewohnten Dorf mitten im Urwald.

Warum gerade nach Polen zum Wandern? Anreise mit Bahn oder Zug

Das Land wird oft unterschätzt. Und ist zudem ganz in der Nähe, vielleicht sogar das am wenigsten bekannte Nachbarland der Österreicher und Deutschen. Man muss nicht unbedingt in ein Flugzeug steigen, die Anreise ist vor allem auch mit der Bahn sehr bequem. Unsere Tatra-Reise beginnt etwa in Wien, die Anfahrt in die Hohe Tatra ist nicht weiter als die Anreise etwa von Wien nach Kärnten! Die Masuren-Reise und die Reise in Polens Osten beginnen in Warschau, das ist tagsüber in 7 Stunden mit dem Zug erreichbar, oder bequem über Nacht im Schlafwagen.

Durch die Vielfältigkeit hat das Land so viel Großartiges zu entdecken, man muss aber gerade in Polen wissen, wohin und wie man reist, um das Schöne dieses Landes für sich zu entdecken. Das sehe ich auch als meine Aufgabe als Wanderführer, auch das Reizvolle an Polen zu zeigen und so euch das Land ans Herzen zu legen. Liebe Grüße aus Polen!

Über Andreas 

WWW-Partner & Wanderführer

Der Oberösterreicher verbringt seit 2000, als er wegen seinem Auslandszivildienst in der KZ-Gedenkstätte Majdanek bei Lublin in den Osten Polens kam, die meiste Zeit in Polen. Heute lebt er mit seiner Familie teils in Warschau und spricht fließend polnisch. Durch seine langjährige Erfahrung bei der Betreuung von vielen Wandergruppen und durch seinen engen sozialen, familiären Kontakt zum Land und seinen Leuten konnte Andreas Wanderreisen zusammenstellen, die allesamt einmalig sind und so der Reise-Philosophie von Weltweitwandern entsprechen. In seiner Freizeit ist Andreas viel unterwegs, um neue Wege zu erkunden und dieses Wissen an seine Gäste weiterzugeben.

Hier geht es zu unseren WWW-Reisen nach Polen: https://www.weltweitwandern.at/europa/polen/