Von Santiago de Chile machen wir uns auf in den Süden, unsere erste Wanderung führt uns den Rio Simpson entlang. Am Lago General Carrera, dem zweitgrößten See Südamerikas nach dem Titicaca, suchen wir das „blaue Wunder“: Wir schippern zu den versteckten Marmorhöhlen, wo Ablagerungen an den Felsen die Höhlen in Grün, Türkis, Rosa, Grau und Blau schimmern lassen.

Durch ein Dreiseengebiet fahren wir die legendäre Carretera Austral entlang Richtung Cochrane. Wo die 1.350 Meter lange Fernstraße in einem kleinen Dorf endet, steigen wir in ein Boot und überqueren den O´Higgins See, um in Chiles größten Nationalpark zu gelangen. Die Aussicht ist gewaltig, wir gleiten an Eisbergen vorbei, vor uns eine 70 Meter hohe Gletscherfront. Die Nacht verbringen wir in einer Hütte in Candelario Mancilla, bei Nachfahren erster Siedler.

Die Grenze von Chile ins argentinische Bergsteiger-Mekka El Chaltén überschreiten wir zu Fuß und per Boot. Von einer holprigen Schotterstraße aus sehen wir ihn zum ersten Mal: den Fitz Roy. Am nächsten Tag wollen wir ihm näher kommen, wir wandern zur Lagune de Los Tres und werden für den letzten steilen Anstieg belohnt: Im blauen Schmelzwasser der Lagune spiegeln sich die Granittürme des Fitz Roy-Massivs und seiner Gletscher.

Große Geschichte wurde an der Magellanstraße geschrieben. Als erster Europäer erblickte hier 1520 Ferdinand Magellan den Pazifik. Landschaftlich dürfte sich seit damals nicht viel geändert haben: Dicht drängt der Regenwald bis an die Küste. Ein schmaler Pfad führt uns zum Leuchtturm San Isidro, Delfine springen aus dem Wasser und vielleicht lassen sich sogar Wale blicken.