Zwischen Kalvarienberg und Jungfrauen-Statue werden in Copacabana, dem wichtigsten Wallfahrtsort Boliviens, einmal in der Woche bunt geschmückte Autos gesegnet: und zwar von einem Mönch und von einem Schamanen. Bolivien ist zwar streng katholisch, doch die indigenen Bräuche spielen nach wie vor eine große Rolle. Wir steigen hier in Copacabana in ein Boot und schippern raus auf den größten Süßwassersee Südamerikas, den Titicacasee, raus zur Isla del Sol. Hier soll der Sonnengott Inti seine Kinder, die ersten Inka, auf einem Felsen der Sonneninsel zur Erde gelassen haben. Auf alten Pfaden gelangen wir zu den Inkatreppen, den Ruinen Pilcocaina, dem Opferplatz und dem Brunnen der ewigen Jugend. Abends sind wir gestellt, wenn die Sonne hinter der Königscordillera untergeht.

Auf den 5.432 Meter hohen Vulkan Tunupa können wir zwar nicht ganz rauf, denn der Gipfel besteht aus brüchigem Gestein. Bis auf 4.900 Meter kommen wir aber, das reicht für einen gewaltigen Ausblick. Unterwegs besuchen wir die Mumienhöhle: sieben zusammengekauerte Körper, tausende Jahre alt, teils mit langen schwarzen Haaren, noch immer lassen sich die Farben der Kleider erkennen. Neben ihnen Krüge, Münzen, Flaschen – Opfergaben der Einwohner von Coquesa. Tags darauf ziehen wir durch die riesige weiße Salzwüste, der größten Salzpfanne der Erde, und besuchen die Kakteeninsel von Incahuasi. Deren geduldige Bewohner: alte Säulenkakteen, die pro Jahr nicht mehr als einen Zentimeter zulegen, inzwischen aber mehrere Meter hoch sind.