Die kleinen Sumpfschildkröten haben Glück, dass im Polesie-Nationalpark eine eigene Aufzuchtstation für sie eingerichtet wurde. Nach dem Schlüpfen finden sie oft kein Gewässer in der Nähe, hier aber werden sie über den ersten Winter hochgepäppelt. Wenn es im Frühling in die Freiheit geht, sind sie zwei bis drei Mal so groß wie bei ihrer Ankunft. Hier an der ukrainischen Grenze wandern wir durch die Torfmoore Polesiens, die Ausläufer der Prypjatsümpfe. Vielleicht sehen wir sogar einen der Elche und den schillernden Sonnentau, eine fleischfressende Pflanze. Unser Naturführer erklärt auch, welche Vögel hier zwitschern.

Wanderführer Andreas ist gebürtiger Oberösterreicher und lebt seit 2000 in Polen – zuerst in Lublin, jetzt in Warschau. Er oder sein langjähriger Kollege Marek führen uns auf dieser Reise durch lebendige mittelalterliche Städte, in ursprüngliche Landschaften und zu den „letzten Wilden“ unter den europäischen Flüssen: Weichsel, Bug und Narew. Die Narew mit ihren mäandernden Flussarmen trägt sogar den Beinamen „polnischer Amazonas“. Bei den meisten Wanderungen begleitet uns zusätzlich zu unserem Wanderführer ein polnischer Naturkundler.

Mit einem Nationalpark-Ranger brechen wir auch in den ältesten, normalerweise unzugänglichen Teil des Bialowieża-Urwalds auf. Dort machen wir es uns, für drei Nächte in urigen kleinen Häusern bei einer netten Bauernfamilie mitten im Urwald, gemütlich. In der Nacht kann es sein, dass uns in unserem kleinen Dorf Wisente besuchen kommen.