Von außen wirkt die Kirche mit ihrem Schindeldach schlicht und rustikal, doch innen überrascht die Stavros tou Agiasmati mit leuchtenden byzantinischen Fresken. Bis zum Giebel erstreckt sich die Darstellung des Jüngsten Gerichts. Als eine der schönsten Scheunendachkirchen Zyperns ist sie auch UNESCO-Weltkulturerbe. Von hier erwartet uns ein stetiger Anstieg durch lichten Kiefernwald. Unser Blick schweift über kunstvoll terrassierte Weinberge, bis ein ehemaliger Eselspfad uns wieder hinabführt, zur zweiten Scheunendachkirche: der Panagia tou Araka aus dem 12. Jahrhundert.

Eine Reise nach Zypern ist auch eine in die Vergangenheit, verschiedene Kulturen hinterließen hier ihre Spuren. Ebenso begegnen wir der griechischen Mythologie: Aphrodite, die Göttin der Liebe und Schönheit, soll hier dem Schaum des Meeres entstiegen sein. All das wie auch die Gewohnheiten der Unechten Karettschildkröte (Caretta caretta) erklärt uns Ismini, eine in Dresden geborene Griechin, die es nach einer Ballettlaufbahn in Deutschland auf die Sonneninsel zog.

Im Zeichen der Göttin Persephone steht der Wanderweg um den Olympos (1.952 m), den höchsten Berg Zyperns. Ihr eigener Vater, Zeus, verliebte sich in Persephone: In Gestalt einer Schlange kroch er in sie und befruchtete sie; danach wurde sie von Zeus´ Bruder Hades in die Unterwelt entführt. Wir bleiben lieber hoch über der Erde, von den Hängen des weitläufigen Olympos-Massivs bieten sich immer neue Ausblicke. Am Abend spannen wir im Weindorf Omodos aus, wo wir im Weingus Linos die uralte schwere Weinpresse bestaunen können.