Er ist ein komischer Vogel: Wenn das grüne Quetzalmännchen mit dem leuchtend roten Bauch auf Balz ist, steigt es erst in welligem Flug und rufend nach oben. Dann geht’s im Sturzflug wieder hinunter. Wir sind im Nebelwald von Monteverde, der Wiege des Ökotourismus Costa Ricas. Auch Kolibris kann man hier begegnen, Hunderten Schmetterlingsarten und schwarzen Brüllaffen. Mit Schlafzimmerblick baumeln sie an langen Armen von Bäumen, bis plötzlich einer in den höchsten Tönen loslegt. Ob wir am Boden oder über schwankende Hängebrücken gehen, es ist grün, soweit man sieht. Vielleicht sehen wir schon den spitzigen Vulkan Arenal, den wir auf seinen erkalteten Lavafelsbrocken besuchen: Beeindruckend, wie die Natur sich diesen beim Ausbruch 1968 zerstörten Lebensraum wieder zurückerobert.

Costa Rica, das ist üppiges Naturparadies mit Schildkrötenstränden und Buchten mit bunten Fischen. Zeugen eines seltenen Phänomens werden wir am Rio Celeste: Seine himmelblaue Farbe entsteht beim Aufeinandertreffen zweier Flüsse mit völlig verschiedenen chemischen Eigenschaften.

Mit Ticas und Ticos, wie die Costaricaner sich nennen, kommen wir immer wieder ins Gespräch: Die Frauenkooperative CASEM verköstigt uns, auf der Fischerinsel Isla de Chira besuchen wir das Ökotourismus-Projekt der Damas de Chira. Am Hafen Palito besteigen wir das Boot, mit dem wir durch die Mangrovenwälder gleiten. Hier leben Reiher, Fregattvögel und rosarote Löffler. Schlafen legen wir uns in dieser Nacht mitten im Urwald, wer will, tut dies sogar im halboffenen „Rancho“.