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Worauf muß man beim Kauf von Wanderschuhen achten?

Der Wanderschuh ist das Verbindungsglied zwischen dem Wandernden und der Natur. Ein Schnittstellen-Problem gilt es daher unbedingt zu vermeiden. Der richtigen Auswahl des individuell optimalen Wanderschuhs sollten Sie daher größte Aufmerksamkeit schenken.

 

Der passende Schuh für unterschiedliches Gelände 

Grundsätzlich gilt: Je anspruchsvoller das Gelände, desto steifer, fester und höher sollte der Schuh sein. Für die meisten mittelschweren Wanderungen empfehle ich knöchelhohe Schuhe mit einer guten Dämpfung und einer guten Sohlen- und Schuhstabilität. Ist der Schuh mit einer „Vibram“-Sohle ausgestattet, ist das durchaus ein Qualitätsmerkmal. Am Markt gibt es leider viele zu weiche Schuhe, mit denen Sie auf Dauer keine Freude haben werden. Gleichzeitig gibt es auch ein „zu gut“: Denn sehr schwere, steigeisenfeste Schuhe braucht man wirklich nur bei anspruchsvollen Schnee- und Eisbegehungen.

Hinweis: Für sehr einfache Wege können sie unter Umständen auch mit einem niedrigen Trekkingschuh mit guter Sohle verwenden. Trainierte Wandernde verwenden diese Schuhe oft auch in mittlerem Gelände. Das empfehle ich persönlich aber NICHT, denn die Gefahr von Knöchelverletzungen durch Umkippen ist bei untrainierten Menschen hoch.

Innenfutter: Tex-Membran, Vollleder oder Textil?

Ein Innenfutter aus Tex-Membran verhindert, dass Feuchtigkeit von außen zum Fuß durchdringen kann. Wer viel bei Regen, im Schnee oder nassen Gras wandert, sollte zu Tex-Membran-Modellen greifen. Eine Membran ist ein Material mit sehr kleinen Löchern, die in das Gewebe eingearbeitet

ist. Die Löcher sind 20.000-mal kleiner als ein Wassertropfen. Schuhe mit Tex-Innenfutter sind zudem wesentlich leichter als Schuhe mit Lederfutter. Der Nachteil: Obwohl die wasserdichte Schicht atmungsaktiv ist, schwitzt man darin stärker als in Schuhen ohne Membran. Wer vermehrt in heißen Ländern oder auf trockenen, befestigten Wegen unterwegs ist und eher zum Schwitzen neigt, sollte evtl. zum klassischen Vollleder-Schuhen oder einem Schuh mit Textil-Innenfutter greifen.

Schuhe mit Lederfutter trocknen allerdings langsamer, wenn sie einmal nass geworden sind.

Zeit zum Schuhkauf mitbringen

Neue Wanderschuhe kauft man am besten nachmittags, denn der Fuß schwillt im Laufe des Tages an. Im Geschäft sollte man die Schuhe mindestens 15 Minuten mit speziellen Wandersocken tragen und dabei auch das Auf-und-ab-Gehen auf schrägen Flächen simulieren. Achten Sie auf die optimale Größe. Schuhlänge: Beim Bergabgehen dürfen die Zehen nicht vorne anstoßen. Schuhbreite: Die Füße dürfen weder hin- und herrutschen (Blasengefahr!) noch im Schuh zu eng eingeklemmt sein.


UNSER TIPP: Manche Schuhhersteller bieten ihre Schuhe nicht nur in verschiedenen Längen, sondern auch in unterschiedlichen Leisten (= Breiten) an.

Nach dem Kauf sollten die Schuhe bei kurzen Wanderungen unbedingt eingegangen werden. So überprüft man nochmals die Passform und entdeckt potenzielle Reibestellen. Danach steht einzigartigen Wandererlebnissen nichts mehr im Wege.

Wanderschuhe richtig trocknen

Nach einer Tageswanderung bedürfen auch die Wanderschuhe eines geeigneten Rastplatzes.

Sind die Schuhe nass geworden, lassen sie sich gut auch von innen her trocknen, indem man sie mit zusammengeknülltem Zeitungspapier ausstopft und an einen warmen Platz stellt. Das Zeitungspapier zieht dann die Nässe von innen heraus – wie ein Kerzendocht das Wachs. Die Schuhe nicht ins kalte Freie stellen, da sie dort durch den Morgentau zusätzlich feucht werden könnten. Aber auch sehr heiße Heizräume sind kein idealer Lagerplatz, denn dadurch können nach einiger Zeit Klebestellen austrocknen. Schon öfter habe ich fast neuwertige Schuhe erlebt, bei denen sich die Sohle ablöste, nachdem sie zu lange in zu heißen Heizräumen gelagert wurden.

Wanderschuhe richtig pflegen

Eine regelmäßige Pflege erhöht die Haltbarkeit der Wanderschuhe, vor allem der Nähte. Bei Schuhen mit Lederinnenfutter ist die Pflege essenziell für einen gewissen Feuchtigkeitsschutz der Schuhe und Füße beim Wandern. Bei einem Tex-Schuh bitte keinesfalls „Schuhfett“ verwenden, da das Öl die Poren der Membran verklebt und funktionslos macht. Besser eignen sich Produkte auf Wachsbasis. Hier sollte man den Schuh beim Auftragen mit einem Föhn auf eine wärmere Temperatur bringen, damit das Wachs gut einziehen kann.

Wanderschuhe richtig schnüren

Ein guter Wanderschuh muss auch immer richtig geschnürt werden. Sind die Schuhbänder zu lose, haben Sie keinen optimalen Halt im Schuh. Zu fest geschnürte Schuhe wiederum behindern evtl. die Blutzirkulation im Fuß. Die Schuhbänder immer zuerst im unteren Teil gut zuziehen, dann erst im oberen Bereich. Viele Hersteller helfen hier mit speziellen „Tiefzughaken“.
WICHTIG: Ein zusätzliches Verknoten der Schlaufen nach dem Zubinden verhindert ein unbeabsichtigtes Öffnen der Schuhbänder unterwegs!

Sohlenverbund von Wanderschuhe nach längeren Schuhpausen checken!

Ein gar nicht so selten auftretendes Problem bei Wanderschuhen ist, dass sich nach einigen Jahren vor allem bei wenig benutzen Schuhen die Verklebung der Sohlen löst. Manchmal geht gleich die ganze Sohle ab.
Meine Erfahrung:  Das Problem tritt vor allem bei in warmen Heizräumen gelagerten und länger nicht benutzen Wanderschuhen auf, ab einem Alter von ca. 5-7 Jahren. Also bitte vor allem nach einer längeren „Schuh-Pause“ die Klebestellen zwischen Schuh und Sohle gut kontrollieren. Checken Sie, ob der Kleber porös ist und sich ev. am Rand schon löst. Gegebenenfalls die Schuhe vom Schuster/Fachgeschäft neu besohlen lassen. Unterwegs kann man die Schuhe übergangsweise mit Textil-Klebeband reparieren oder man hat ein Paar „Trail-Turnschuhe“ als Ersatz- / Zweitschuh mit.

Wanderschuhe richtig benutzen

Wichtig für das Wandern sind kurz geschnittene Fußnägel, saubere Füße und spezielle Wandersocken. Wie man Blasen vorbeugt und behandelt, können Sie im Kapitel „Ihre Gesundheit beim Wandern“ nachlesen.

 

Hier unser Video zum Thema Wanderschuhe:

Gutes Gelingen beim Schuhkauf und viel Freude beim Wandern!