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Wanderknigge: Verhalten beim Wandern in der Gruppe

Unser kleiner „Knigge“ für das gemeinsame Wandern mit einer Gruppe

Sich zum Wandern einer Gruppe – zum Beispiel vom Alpenverein oder einer organisierten Wanderreise – anzuschließen bietet sehr viele Vorteile. Mehr Sicherheit, mehr Freude, das Zusammensein mit Gleichgesinnten, neue Routen und Gebiete unter fachkundiger Führung kennenlernen, uvam.
Mit einigen einfachen Tipps und Tricks kann man die Wanderung in der Gruppe noch besser genießen und Unstimmigkeiten vermeiden.

Vorneweg gehen und warten
Wenn man als Erster einer Gruppe vorneweg marschiert, womöglich noch vor einem Guide, der mit gemütlicher gehenden Gruppenmitglieder unterwegs ist, dann unbedingt regelmäßig – etwa alle 45 bis 60 Minuten – sowie bei jeder Weggabelung (!) warten.

Bei Klostopps & Co. andere informieren
Nicht klammheimlich austreten! Wenn Sie unterwegs mal kurz „zur Seite“ gehen, um einem dringenden Bedürfnis nachzukommen, oder wenn Sie für einige Zeit einen anderen Weg als die Gruppe nehmen wollen (Abkürzung, Weg zu einem Aussichtspunkt), denken Sie bitte daran, andere Gruppenmitglieder vorab zu informieren, damit die Gruppe Bescheid weiß und sich darauf einstellen kann.

Guide über eigene gesundheitliche Einschränkungen informieren
Bitte informieren Sie den Guide/Mitwandernde unbedingt am Beginn der Wanderung (auch gerne nur unter vier Augen) über Ihre eventuell vorhandenen gesundheitlichen Einschränkungen und ev. dafür mitgenommenen Medikamente. (Diabetes, Herzprobleme, starke Kontakt-Allergien, etc.) Damit kann dann im Notfall schneller und gezielter reagiert werden.

Rücksichtnahme schafft mehr Raum für alle
Gemeinsames Wandern in einer Gruppe ist etwas unglaublich Bereicherndes, ich habe da allerschönste Erinnerungen. Gerade beim Wandern lernt man großartige Menschen kennen, durch das gemeinsame Gehen entsteht schnell Tiefe und Nähe zu anderen Menschen. Um aber den nötigen Raum für gutes Begegnen zu schaffen, sollte sich aber jeder etwas zurücknehmen und sich „rücksichtsvoll“ verhalten. So „bekommt“ man mehr von der Gruppe und wird sehr oft reich beschenkt!

Dezentes Auftreten und achtsames Reden und zuhören
Treten Sie – auch wenn sie sonst eher kontaktfreudig oder gerne der/die Spaßmacherin sind – vor allem am Beginn dezent auf. In einer neuen Gruppe muss erstmal jedes Gruppenmitglied seinen/ihren Platz finden. Vor allem die „Ruhigeren“ brauchen da manchmal etwas mehr Sicherheit und Zeit.  Stellen Sie Fragen und hören Sie zu – anstelle gleich alles über sich selbst zu erzählen, um die anderen zu „unterhalten“.
Bedenken Sie, dass man beim Reden oft selbst lauter ist, als man denkt. Manche Menschen suchen in der Natur nach Erholung und Ruhe. Angeregte Gespräche beim Wandern können etwas Großartiges sein, ziehen aber immer die Aufmerksamkeit ein wenig weg vom Erleben der Natur. Eine gut zusammengewachsene Gruppe in der alle etwas von sich (mit-)teilen kann etwas sehr Berührendes sein und wesentlich zum Naturerleben beitragen!

Die richtige Gruppe aussuchen
Nicht in jeder Wandergruppe fühlt man sich gleichermaßen wohl. Auch das Leistungsniveau der angebotenen Wandertouren sollte gut zu Ihnen passen. Daher zahlt es sich schon aus, sich hier umzuhören und auch zu experimentieren. Holen sie sich auch den Rat und Tippe von Menschen, die sie mögen ein! Unterschiedliche Reiseveranstalter und Vereine haben höchst unterschiedliche Klientel. Wie ist die Stimmung bei meiner örtlichen Alpenvereinsgruppe? Mit welchem Reiseveranstalter fühle ich mich wohl?

Den richtigen Guide wählen
Mit einem gut ausgebildeten, fachlich qualifizierten und vor allem lokal verwurzelten Wander-Guide erlebt und sieht man unterwegs einfach viel mehr! Sie bekommen die besten Geheim-Tipps und oft ermöglicht der Guide schöne Einblicke in die lokale Kultur und gute Kontakte.

Unterstützung von Mitwandernden
Wenn Mitwanderer beim Aufstieg sichtlich Konditionsprobleme aufweisen, hilft es diesen sehr, wenn man ihnen den Rucksack abnimmt. Auch ein langsames Vorangehen mit immer wieder kurzen Pausen kann schwächeren Gruppenmitgliedern helfen, selbst den idealen Gehrhythmus zu finden. Denn häufig neigen diese Menschen dazu, für ihre Verhältnisse zu schnell zu gehen und zu wenige Pausen zu machen.

Unsere Erfahrung: Fast immer wird das Angebot „Soll ich dir deinen Rucksack abnehmen?“ mit einem „Nein, es geht schon“ oder „Nein, mein Rucksack ist eh leicht – kein Problem!“ beantwortet. Selten noch habe ich erlebt, dass Menschen sofort darauf eingehen. Daher ist es wichtig, auch darauf zu bestehen: Es braucht ein entschlossenes Vorgehen!
Sätze wie „Ich möchte, dass du mir jetzt deinen Rucksack gibst“ oder ein recht bestimmtes „Ich werde nun deinen Rucksack tragen!“ führen eher zum Ziel. Zumeist wird der Rucksack dann – mehr oder weniger widerwillig – übergeben. Die „schwächelnden“ Mitwanderer merken aber schon nach wenigen Minuten eine Erleichterung und spüren eine gewisse Dankbarkeit. Zumeist ist der Grund für die zögerliche Übergabe des Rucksacks einfach nur falsche Scham, da man dem anderen nicht zur Last fallen will.
Natürlich sollte man nie jemanden zu etwas zwingen. Oft kann es auch eine gute Entscheidung sein, einfach umzukehren. Auf einsamen Wegen im Gebirge sollte man aber niemanden ganz allein absteigen lassen!