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Epirus: Wandertipp für Griechenlands Norden

Epirus ist einer unserer Neuentdeckungen von unberührten Wandergebieten in Europa. Ziemlich alleine wandert man hier gemächlich und anstrengungslos über Bergkämme mit Weitblick, durch die tiefste Schlucht der Welt und genießt Ausblicke auf fjordähnliche Seen. Und dazu genießt man alle Vorzüge eines Griechenland Urlaubs: Herrliches Essen, freundliche Menschen, Südfrüchte & Lebensfreude. WWW-Mitarbeiterin Lisa war mit uns auf der Reise „Ursprüngliches Epirus“ und für sie ist es DER REISE-TIPP für Wandern in Europa.

Bestes Wandergebiet in Griechenland

Wenn man an Griechenland denkt kommen den meisten zuerst kalkweiße Kirchen und blitzblaues Meer in den Sinn. Wie gebirgig Griechenland ist merkt man erst, wenn man sich näher mit der Topographie auseinandersetzt. Der Olymp ist den meisten ein Begriff und auch unter Wanderern sehr beliebt – wer möchte nicht auch mal am Dach der Götter stehen und aufs Meer hinunterblicken. Weniger bekannt ist der griechische Norden: An der Grenze zu Albanien erstrecken sich Bergrücken des Pindus-Gebirges mit ursprünglichen Bergdörfern. Mit meiner Wandergruppe war ich im Juni auf der Reise „Ursprüngliches Epirus“ in genau diesem Pindus-Gebirge wandern und die Region entdecken.

Reisetipp 1: Wanderungen in den Zagori-Dörfern

Angekommen in Thessaloniki wurden wir gleich von unserem Guide Lefteris abgeholt und haben uns direkt auf die Reise zu den Zagori-Dörfern gemacht. Mir war die Region vorher noch nicht bekannt, aber gleich bei der Ankunft wurde uns klar, wieso die Zagori-Dörfer ein unbedingtes MUST-SEE Griechenlands sind. In den alten Steindörfern auf imposanten Steilhängen gebaut wird Tradition noch hochgehalten. Jedes Haus – ob Renovierung oder auch die wenigen die neu gebaut werden – muss in traditioneller Steinart gebaut werden. Graue Steinhäuser schlängeln sich der engen Straße entlang und man fühlt sich in eine andere Zeit versetzt. Die Bergdörfer sind auch herrlich belebt. Den Hauptplatz der meisten Dörfchen ziert ein riesiger Platanen-Baum, unter dem sich in herrlichem Schatten das Dorfleben abspielt. Am zweiten Tag unserer Wanderung werden in der Region Zagori werden wir nochmals belohnt: wir wandern über imposante Steinbrücken über glitzernde Flüsse und genießen den Schatten, den uns die hohen Felsen bieten. Obwohl wir im Juni in Griechenland unterwegs sind wird uns hier nie zu heiß. Unsere Pause machen wir an einem wunderschönen Abschnitt am Fluss. Die Wege sind schön angelegt und leicht zu gehen.

Reisetipp 2: UNESCO-Kulturerbe Meteora-Klöster wandernd erleben

Ein Highlight – und auch einer der zentralen Gründe wieso ich und mehrere Mitreisende genau diese Weltweitwandernreise in Griechenland ausgewählt haben – ist an Tag 5 die Wanderung zu den Meteora-Klöstern. Hoch oben auf ausgewaschenen Sandsteintürmen thronen unzählige Klöster. Man kann mit dem Auge gar nicht glauben, dass es sich wirklich um Bauwerke handelt und nicht um eine optische Täuschung. Unvorstellbar wie diese Klöster im 14. Jahrhundert Stein für Stein errichtet wurden. Wir beginnen unsere Wanderung an der alten Ruine des Pantokrator-Klosters. Wir durchqueren riesige Felsformationen, passieren das verborgene Kloster Ypapanti und wandern weiter durch den Felsenwald. Zu jedem Ort kennt unser Guide Lefteris eine Legende. Am höchsten Punkt der Wanderung besuchen wir das Kloster Metamorphosis das 1344 gegründet wurde. Unbeschwert schreiten wir Richtung Klöster und werden dort am Parkplatz und sind ganz erschrocken von den Menschenmassen die sich dort drängen. So einsam wir noch auf unserer Wanderung waren, so wuselig ist es nun bei den weltberühmten Klöstern. Meine ganze Reisegruppe ist froh, dass wir uns den Klöstern per pedes genähert haben und so einige Klösterblicke ganz für uns alleine hatten. Denn so umtriebig es bei den Klöstern ist, so ruhig war es auf den leicht zu begehenden Wanderwegen rund um die Klosteranlage. In dem Kloster bekommen wir eine Führung von Laura. Sie zeigt uns mit viel Liebe und Herzblut die Teile des Klosters die man nicht verpassen sollte und gibt uns einen eindrucksvollen Einblick in den orthodoxen Glauben und Zeremonien. Voll mit Eindrücken verlassen wir das Kloster wieder und wandern über Steinstiegen und anglegte Wege in Richtung unseres nächsten üppigen griechischen Abendessen. In der Stadt unter den Meteora-Klöster genießen wir Tsatsiki, Oliven und einen herrlichen Auberginen-Auflauf und natürlich den so berühmten griechischen Tischwein.

Zu Gast in kleinen griechischen Tavernen auf den Wegen der Einheimischen

Guide Lefteris ist auf dieser Reise unser lokale Guide und Brückenbauer. Er wählt die Wanderrouten so aus, dass wir nie den gleichen Weg wieder retour gehen: „Nein, das mag ich einfach nicht – Rundwege sind doch viel schöner und man sieht mehr“. Zu Gast sind wir in lokal geführten Unterkünften wie zum Beispiel im Zagori Dorf bei seinem Namensvetter Lefteris. Lefteris vom Hotel Zakarda in Monodendri hat sich mit seiner Schwester einen Traum erfüllt und hat das alte Steinhaus seiner Eltern zu einem charmanten Hotel mit wundervollen Ausblick ausgebaut. Hier geht es familiär zu und was auf den Tisch kommt ist schmackhaft und echt griechisch – steht doch auch Lefteris seine Mutter selbst in der Küche. Der Hotelumbau wurde mithilfe von europäischen Aufbaugeldern finanziert, wofür sie vor Ort sehr dankbar sind. Guide Lefteris zeigt uns auf seiner Reise noch viele solch besondere Orte die an besonderen Menschen hängen. Wie zum Beispiel bei einem Wanderstopp bei Nikos, dem geheimen “Vikus Arzt“. Niko kredenzt uns selbstgemachte Liköre wie Dirndl oder Sanddorn und erzählt wie er seit 42 Jahren selbst Kräuter sammelt und seine Arzneien daraus macht. Berührende Begegnungen die uns Guide Lefteris einfädelt. Wir als Gäste bekommen so einen tiefen Einblick in das echte Griechenland, sehen so aber auch direkt wie unsere Reise den Lebensunterhalt von Menschen vor Ort schafft. Damit wird sichergestellt, dass ein Großteil der Wertschöpfung im Land bleibt. Ein Teil unserer Ausrichtung zum nachhaltigen Reisen.

Mit Local Guides unterwegs: Lefteris

Unser Guide Lefteris stammt aus dem Bergdörfchen Metsovo, wo wir auch einige Tage übernachten. Bei den gemeinsamen Abendessen erzählt er uns von seiner Karriere als Profi-Langläufer, wo er auch seine Frau Violetta kennengelernt hat. Duie gebürtige Deutsche war auch einst Profi und hat sogar eine Olympia-Medaille gewonnen. Nun leben sie im griechischen Gebirge und Lefteris hat mit dem führen von Wanderreisegruppen wirklich seine Bestimmung gefunden. In perfektem Deutsch gibt er uns persönliche Einblicke in die griechische Kultur, die wir sonst nicht verstehen würden. Überall wo wir zu Gast sind werden wir freudig begrüßt, in jedem Restaurant schaut Lefteris dass wir das beste der Küche bekommen. Besonders eindrucksvoll ist mir die Erinnerung an die Wanderung zum Drachensee geblieben. Nach einigen Stunden Wanderung erreichen wir eine kleine Hütte wo die Lefteris seine Frau Violetta ein üppiges Mittagsbuffet für uns vorbereitet hat. Sie erzählt uns von der alten Dame die uns die Blätterteigtaschen zubereitet hat und wir genießen frische Oliven, Tomaten und Schafskäse. Bei Lefteris und Violetta fühlt man sich wirklich gut aufgehoben.

 

Ausrüstungstipp für Wandern in Griechenland

  • Ausrüstungstipp 1 für Wandern in Griechenland: Wichtig ist es vor allem immer ausreichend zu trinken mitzuhaben. Im Sommer kann es in Griechenland – auch im Pindus-Gebirge – heiß werden und ich habe zumindest 1,5 Liter Wasser immer selbst mitgehabt. Das Leitungswasser in Epirus/Griechenland ist frisch und einwandfrei trinkbar, es kann also überall nachgefüllt werden. Guide Lefteris hat uns im Vorfeld immer gesagt wo wir das nächste Mal auf der Wanderung Wasser auffüllen können, so war es immer leicht einzuschätzen wieviel Wasser man zu Beginn mitnehmen muss.
  • Ausrüstungstipp 2 Wandern in Epirus: Sonnenschutz und Rucksack mit Rückendurchlüftung
    Wieder wegen der hohen Temperaturen war ich extrem froh dass ich mir einen breiten Sonnenhut mitgenommen habe und dass mein Vaude Rucksack Wizard 24+4 eine gute Rückendurchlüftung hat. Manche mit Rücksäcken ohne Durchlüftung haben etwas gestöhnt.
  • Ausrüstungstipp 3: Auf keinen Fall die Badehose vergessen! Am letzten Tag sind wir einen Tag am Meer und der Sprung ins kühle Nass rundet die perfekte Wanderwoche noch ab.
    Ausrüstungstipp 4 für Wandern in Griechenland: Mein Tipp ist im Gepäck beim Einpacken etwas Platz zu lassen damit man am Retourweg griechische Köstlichkeiten mitzunehmen kann. Wir haben zum Beispiel aus Metsovo herrlichen Schafskäse mitgenommen und vom Meer vom Besuch einer Olivenölpresse herbes Olivenöl und Olivenölseife. Die perfekten Mitbringsel für zuhause.

Beste Reisezeit Wandern in Epirus

Die beste Reisezeit für Epirus ist Mai/Juni und September. Hier ist das Klima mild und perfekt zum Wandern geeignet.

 

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