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Unser Ratgeber für Erste Hilfe beim Wandern: Was tun bei Unfall / Verletzungen?

Ein Beitrag von Dr. Bernd Haditsch, Alpinmediziner

Verletzungen aller Art, Brüche, Erfrierungen, Hitzeschäden oder Blitzschlag. Im Falle des Unfalls kann schnelles und richtiges Reagieren buchstäblich lebensnotwendig sein.

Alpine Notfallsituationen sind vielfältig. Grundsätzlich lassen sich objektive Gefahren wie Wettersturz, Gewitter, Steinschlag oder Lawinen und subjektive Gefahren wie Selbstüberschätzung, mangelnde Vorbereitung, ungeeignete körperliche Verfassung oder mangelnde Ausrüstung unterscheiden. Bei Nebel vervielfachen sich die Gefahren zusätzlich und auch die Gruppendynamik kann eine maßgebliche Größe darstellen. Bei Notfällen am Berg kommt vor allem dem Faktor Zeit eine besondere Bedeutung zu. Zu lange Zeitabläufe können zu Unterkühlung oder Schockzuständen führen und Dauerschäden verursachen. Entscheidend ist es, sich rasch einen Überblick zu verschaffen. Kann die Verletzung selbst versorgt werden und der Verunfallte die Wanderung fortsetzen oder ist ein professioneller Rettungseinsatz nötig?

Grundsätzlich ist jeder Erwachsene verpflichtet, entsprechend seiner Ausbildung Erste Hilfe zu leisten. An vorderster Stelle steht dabei der Eigenschutz, also das Gebot, sich selbst nicht in Gefahr zu bringen. Die Einschätzung der allgemeinen Situation ist von zentraler Bedeutung. Meist sind lange und schwierige Transportwege zu bewältigen, die Geländebeschaffenheit und die Witterungsbedingungen korrekt zu beurteilen.

Die Entscheidung, ob die Versorgung oder der Abtransport des Verunfallten vorrangig geschehen soll, erfordert gewisse medizinische Vorkenntnisse. Was aber jeder Laienhelfer tun kann: Hilfe holen! In jedem Rucksack sollte ein Mobiltelefon vorhanden sein, ausgeschaltet, aber mit vollem Akku.
Wenn man in einer Gruppe unterwegs ist, sollte man am Beginn auch gleich die Rollen aufteilen: Wer holt Hilfe, wer bleibt vor Ort, usw. Sehr hilfreich für Retter ist auch das Übermitteln der Standortdaten des Verunfallten vom GPS!

Der Euro-Notruf 112 gilt überall und funktioniert auch ohne SIM-Karte und statt dem PIN. Machen Sie sich aber dennoch vor der Tour mit den Funktionen Ihres Mobiltelefons vertraut!

Sie haben keinen Empfang? Schalten Sie Ihr Handy aus und wieder ein. Geben Sie statt des PINs den Euro-Notruf 112 ein und bestätigen Sie.

Sie können keinen Notruf absenden? Wechseln Sie Ihren Standort, wenn Sie sich in einem unversorgten Gebiet bzw. Funkschatten befinden.

Alternativen? Die alpinen Notsignale: Sechsmal pro Minute ein Zeichen, eine Minute Pause (Antwort: dreimal pro Minute ein Zeichen, eine Minute Pause) – eine Taschenlampe mit

vollen Batterien und eine Trillerpfeife gehören in jeden Wanderrucksack.

Auch möglich: SOS = dreimal kurz, dreimal lang, dreimal kurz

Bei Sichtkontakt:

Beide Arme schräg nach oben „YES“ = Ja, wir brauchen Hilfe
Ein Arm schräg nach oben, der andere Arm schräg nach unten: „NO“ = Nein, wir brauchen keine Hilfe

Wie verhalte ich mich bei einem Hubschraubereinsatz?

  1. Der Einweiser steht mit dem Rücken gegen den Wind, beide Hände nach oben.
  2. keine losen Gegenstände herumliegen lassen
  3. bei Annäherung immer Augenkontakt zum Piloten
  4. Annäherung an den Hubschrauber nur von vorne und in gebückter Haltung
  5. nur von der Talseite an den Hubschrauber herangehen
  6. lange Gegenstände waagrecht zum Hubschrauber tragen

Ebenso wichtig: Eine Rucksackapotheke gehört in jeden Rucksack. Nehmen Sie nur mit, womit Sie vertraut sind und umgehen können! Empfehlungen zum Inhalt siehe „Das A bis Z der Ausrüstung“.

Alpine Notfälle

Einerseits unterscheiden wir „normale“ Notfällen wie etwa Weichteilverletzungen (Schürfung, Schnittverletzung, Rissquetschwunde), Brüchen und Verrenkungen bis hin zu Schädelhirntraumata und schweren Verletzungen der Wirbelsäule, des Brustkorbs und der Eingeweide sowie internistische und neurologische Notfälle (Herzinfarkt, Schlaganfall, epileptischer Anfall). Andererseits gibt es „spezielle“ Notfälle in alpiner Umgebung wie lokale und generelle Kälteschäden (Erfrierung, Unterkühlung), Hitzeschäden, Blitzunfall, Lawinenunfall, Schlangenbiss und (bei Klettertouren) Hängetrauma.

Weichteilverletzungen, Brüche und Verrenkungen:

  1. Für Kälteschutz sorgen. Auch die Kälte vom Boden bedenken sowie den Wind. (Hilfsmittel: Rettungsdecke, Biwaksack, Anorak)
  2. Blutstillung – bei starker Blutung manuell Druck ausüben, indem man mit saugfähigem Material fest auf die Wunde drückt, evtl. Druckverband anlegen! Wichtig: Nicht abbinden! Als Druckpolster kann man einen zweiten Verband (zusammengerollt), ein zusammengefaltetes Halstuch oder ähnliches verwenden.
  3. Untersuchung Motorik, Durchblutung und Sensibilität: Kann der Verunfallte die verletzte Extremität bewegen? Ist die verletzte Extremität warm? Füllt sich das Nagelbett nach einem Kneifen gleich wieder mit Blut? Spürt der Verunfallte Berührungen oder Kneifen?
  4. Zurückbringen in Normallage bzw. -stellung (Reposition) ist grundsätzlich nicht die Aufgabe der Ersthelferinnen und Ersthelfer.
  5. Wundbedeckung bei offenen Verletzungen (wenn möglich mit steriler Wundauflage).
  6. Schienung: Kann für den Ersthelfer schwierig sein; evtl. mit Wander- bzw. Skistöcken, geraden und glatten Ästen. Tipp: biegsame Schiene (SAM-Splint®).
  7. Untersuchung auf Begleitverletzungen: Hier ist der Unfallhergang zu bedenken (Schädel? Wirbelsäule? Brustkorb? Bauch? Achtung: Sind auch keine Verletzungen sichtbar, besteht die Möglichkeit von inneren Blutungen. Bei möglichen Wirbelsäulenverletzungen Ruhigstellung und Kälteschutz des gesamten Körpers. Den Verunfallten „wie ein rohes Ei“ behandeln. Bei Schädelverletzung Oberkörper hochlagern.
  8. Steckende Fremdkörper nicht entfernen.WICHTIG: Spätestens ab Punkt 4 (Repostition) muss professionelle Hilfe geholt werden.

Internistische und neurologische Notfälle

Brustengegefühl, Atemnot und/oder Kurzatmigkeit, Schwindelgefühl, Bewusstlosigkeit, Halbseitenlähmungen und Krampfanfälle erfordern üblicherweise die Alarmierung des Rettungsdienstes:

Notruf 144 (Rettung Österreich)

Alpinnotruf 140 (Österreich)

Notruf 110 (Deutschland) sowie

Euro-Notruf 112

Ist der Patient bei Bewusstsein, muss man auf eine ruhige Umgebung achten. Beruhigender Zuspruch und das Öffnen beengender Kleidungsstücke können helfen. Bei Bewusstlosigkeit steht an erster Stelle der Notfallcheck: Durch Ansprechen und sanftes Schütteln überprüfen, ob der Verletzte wirklich nicht bei Bewusstsein ist. Als nächstes rufen Sie um Hilfe und verständigen den Notruf. Darauf folgt das Freimachen der Atemwege: den Kopf überstrecken, indem eine Hand auf der Stirn liegt und mit der anderen das Kinn hochgezogen wird. Überprüfen Sie nicht länger als zehn Sekunden, ob Sie eine normale Atmung hören, sehen oder fühlen. Wenn der Erkrankte normal atmet muss er in die stabile Seitenlage gedreht werden. Wenn keine (ausreichende) Atemtätigkeit festgestellt werden kann, handelt es sich um einen Atem-Kreislauf-Stillstand und es muss sofort mit der Wiederbelebung angefangen werden: 30x Herzdruckmassage (Nicht zu zögerlich! Beim Erwachsenen Brustkorb 5-6 cm eindrücken), danach zweimal Atemspende Mund-zu-Mund. Ein Notfallbeatmungstuch sollte in jedem Verbandspäckchen oder als Schlüsselanhänger mitgetragen

werden. Wenn der Ersthelfer in der Maßnahme der Beatmung nicht trainiert ist bzw. Unbehagen besteht, kann die Atemspende weggelassen werden, wichtig und wesentlich ist die Herzdruckmassage – schnell und kräftig in der Mitte des Brustkorbs – 100x pro Minute und ununterbrochen, bis der Erkrankte wieder normal atmet oder das Rettungsteam eingetroffen ist.

Kälteschäden

Bedenken Sie: Neben der Außentemperatur haben auch die Dauer, die Nässe und vor allem der Wind („wind-chill-index“) einen wesentlichen Einfluss auf die Notfallsituation!

Lokale Erfrierung

Hier können drei Schweregrade unterschieden werden. Besonders gefährdet sind Gesicht, Nase, Ohren, Finger und Zehen. Bei einer erstgradigen Erfrierung kommt es zu Abkühlung, Blässe und stechenden Schmerzen in der betroffenen Hautregion. Bei Grad 2 zeigen sich Rötung, Schwellung,

Blasenbildung. Letzteres ist jedoch im unterkühlten Zustand nicht feststellbar, sondern zeigt sich erst nach der Wiedererwärmung. Ebenso verhält es sich bei Grad III mit abgestorbenen Hautarealen. Diese sind erst nach Tagen bis Wochen erkennbar.

Therapie (bei erstem Auftreten von Beschwerden):

  • Windgeschützten Platz aufsuchen, eventuell umkehren
  • Wenn möglich, warme Getränke verabreichen
  • Schuhe und nasse Socken und Handschuhe ausziehen
  • Erwärmung des betroffenen Körperteils in der Achselhöhle oder Leistenbeuge (bei sich selbst oder beim Kameraden)
  • Betroffenen Körperteil nicht einreiben
  • Keine direkte Wärmeanwendung auf die Haut

Wenn die Beschwerden (Schmerzen, Gefühlsstörungen) zurückgehen, ist das Weitergehen möglich – jedoch mit erhöhter Vorsicht! Ein rasches Erreichen der nächstmöglichen Unterkunft ist auf alle Fälle anzustreben, denn bei lokalen Kälteschäden besteht auch die Gefahr einer allgemeinen Unterkühlung!

Wenn sich die Beschwerden nicht bessern, ist eine medizinische Behandlung notwendig. Ein sofortiger Abstieg oder zumindest das Aufsuchen der nächsten geschützten Unterkunft ist vonnöten. Beim Aufwärmen in der Hütte Vorsicht walten lassen – durch die gestörte Wärmewahrnehmung kann es zu Zusatzschäden kommen. Nur lauwarmes Wasser verwenden (so warm, wie es die Schmerzen gerade noch zulassen) und nur dann, wenn eine neuerliche Erfrierung ausgeschlossen werden kann. Unterstützend helfen können die Zufuhr warmer, gezuckerter Getränke, Schutz vor

weiterer Kälteeinwirkung, trockene Kleidung, Wärmen des erfrorenen Körperteils am eigenen oder fremden Körper, sterile, trockene Verbände, druckfreie Lagerung, keine Salben, keine Medikamente. Auch wenn die Beschwerden verschwinden, sollte eine ärztliche Untersuchung ehestmöglich

erfolgen, um weitere Schäden zu verhindern.

Generelle Unterkühlung

Die Unterkühlung wird in fünf Stufen unterteilt. Bei einer erstgradigen Unterkühlung kommt es zu Muskelzittern und Schmerzen, der Betroffene ist erregt, vielleicht verwirrt, der Puls ist erhöht. Ab Stufe 2 zeigt sich ein getrübtes Bewusstsein, die Reaktionsfähigkeit ist verlangsamt, die Schmerzen lassen nach, die Muskeln werden steif, der Puls und die Atmung flach. Ab Stufe 3 folgt Bewusstlosigkeit, es zeigt sich keine Schmerzreaktion mehr, der Puls ist kaum mehr tastbar, bis es tragischerweise über das Scheintod-Stadium 4 mit minimalen Lebenszeichen zum Tod kommen kann.

Therapie bei allen Stadien:

  1. Schutz vor weiterer Auskühlung durch effektive Isolierung, Windschutz, Wärmepackungen am Körper (nicht Arme und Beine bzw. nicht direkt auf die Haut), eventuell Wechseln nasser Kleidung.
  2. Behandlung von Verletzungen
  3. Rettungskräfte alarmieren
  4. Bei erstgradiger Unterkühlung und klarem Bewusstsein warme, süße Getränke anbieten, Bewegung ist erlaubt.
  5. Bei zweitgradiger Unterkühlung wenig aktive und passive Bewegung, permanente Überwachung. Solange der Betroffene schlucken kann, sind warme Getränke erlaubt.
  6. Bei dritt- und viertgradiger Unterkühlung stabile Seitenlage bei Bewusstlosigkeit bzw. Wiederbelebungsmaßnahmen wenn die betroffene Person nicht auf Ansprechen und sanftes Schütteln an der Schulter reagiert und nicht bzw. nicht normal atmet.

Hitzeschäden

Diese sind beim Wandern wesentlich seltener, aber nicht auszuschließen. Zu bedenken ist zudem, dass die UV-Belastung um 4% je 300 Höhenmeter zunimmt – somit kann es auch bei bewölktem Wetter bzw. bei Nebel zu Sonnenschäden kommen. Daher auf ausreichenden Sonnenschutz achten!

Zur Hitzeerschöpfung als Notfallsituation kann es kommen, wenn ein ausgeprägter Flüssigkeitsverlust (z. B. durch Schwitzen, vermehrtes Atmen) mit einer zu geringen Flüssigkeitszufuhr zusammentreffen – daher beim Wandern ausreichend trinken! Nicht auf das Durstgefühl warten, denn das kommt erst

verzögert! Besser die Harnfarbe ansehen – der Harn sollte wasserhell sein! Bei Beschwerden wie Schwindel, Kopfschmerzen, Schwäche, Sehstörungen oder Herzrasen sollte Sie den Betroffenen umgehend in den Schatten bewegen, wenn möglich kühlende Umschläge anlegen und reichlich Flüssigkeit anbieten. Bei einem Kollaps Beine hoch lagern, beengende Kleidung öffnen. Ein Sonnenstich (heißer Kopf mit Kopf- und Nackenschmerzen, Übelkeit, Schwindel) oder gar ein Hitzschlag (als schwerste Störung der Wärmeregulation mit zusätzlichen Symptomen wie Verwirrtheit, Fieber, Bewusstseinsstörung bis hin zu Krampfanfällen und/oder Koma) sollten beim Wandern vermieden werden. Dies würde jedenfalls einen Rettungseinsatz notwendig machen, zwischenzeitlich sollten Therapiemaßnahmen durchgeführt werden: bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage und engmaschige Überwachung der Atmung.

Blitzunfall

Für Bergwandernde stellt ein Blitzschlag eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar. Bei nötiger Vorsicht sind Blitzunfälle aber meistens vermeidbar. Wichtig: Bei einem drohenden Gewitter sollte unverzüglich der Abstieg in Angriff genommen werden! Die Zeit zwischen Blitz und Donner geteilt durch drei ergibt den Abstand des Gewitters in Kilometern (9 Sekunden = 3 Kilometer). Ein direkter Blitzschlag im Freien ist oft tödlich. Außerdem kann der Wanderer von einem Überschlag von einem Baum oder anderer Objekte in der Nähe, durch Berühren eines getroffenen Gegenstandes (Klettersteige!) oder durch Stromausbreitung am Boden verletzt werden. Zu bedenken sind zudem stumpfe Verletzungen durch die Druckwelle des Blitzes oder Muskelkrämpfe durch Stromeinwirkung mit der möglichen Gefahr eines Absturzes. Es besteht das Risiko einer Vielzahl an Verletzungen, Verbrennungen und neurologischen Ausfällen.

Notfallcheck: Bewusstsein – Atmung – Kreislauf und sofortiger Beginn der Wiederbelebung bei Herz-Kreislauf-Stillstand. Jedenfalls Alarmierung der Rettungskräfte, denn jedes Blitzopfer, unabhängig von der Schwere der Verletzungen, muss im Krankenhaus überwacht werden. Das äußere Verletzungsmuster korreliert nicht zwangsläufig mit inneren Verletzungen.

Schlangenbiss

Schlangenbisse sind selten, denn Schlangen flüchten meistens. Vergiftungserscheinungen sind abhängig von der Art der Schlange, der Art des Giftes, der Giftmenge und vom Allgemeinzustand und Alter des Opfers. Am gefährlichsten ist ein Schlangebiss für ältere Personen mit chronischen Erkrankungen und für Kinder. Viele der Betroffenen zeigen keine Symptome („trockene Bisse“) und nur 10% schwere Vergiftungserscheinungen (weniger Todesfälle als durch Bienen- bzw. Wespenstiche). Vorsicht beim Klettern in schottrigem, mit Gras durchsetztem Gelände: Gutes Schuhwerk und lange Hosen bieten ausreichend Schutz. Wandern mit festem Schritt ist vorteilhaft, nicht „blind“ in Felshöhlen, unter oder hinter Steine, unter Baumstämme oder ins Gebüsch greifen. Achtung auch beim Klettern oder Beeren Pflücken!

Im Alpenraum gibt es einige giftige Schlagen wie die Aspisviper, die Sandviper und die Wiesenotter – ihre Bisse sind in den seltensten Fällen tödlich. Die wichtigste heimische Giftschlange ist die Kreuzotter (vipera berus). Sie bewohnt ganz Europa (auch die Alpen), liebt kühle, feuchte Lebensräume, ist meistens tagaktiv, lebt am Boden, kann aber auch klettern und ist selten länger als 70 cm. Ihre Färbung und Zeichnung ist variabel, konstant ist ein dunkles Zickzackband am Rücken. Der Biss ist sehr schmerzhaft. Es tritt eine starke Schwellung mit umgebender blauroter Verfärbung auf, es kann zu Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Blutdruckabfall bis hin zum Kollaps kommen, sehr selten tritt eine Atemlähmung auf.

Therapie: Nicht in Panik geraten, den Verletzten beruhigen. Beengende, abschnürende Ringe, Ketten, Uhren abnehmen, den betroffenen Körperteil (Bissstelle) ruhigstellen, keine Bandage, kein Aussaugen, kein Ausschneiden der Wunde, keinesfalls abbinden! Auf reichliche Flüssigkeitszufuhr

achten. Bewusstsein, Atmung und Kreislauf überprüfen – bei Kreislaufbeschwerden Basismaßnahmen vornehmen:

  • Lagerung: Lagern Sie erkrankte immer so, wie es ihnen am angenehmsten ist bzw. sie am wenigsten Schmerzen haben.
  • Frische Luft: Öffnen Sie beengende Kleidungsstücke und achten Sie darauf, dass verletzte bzw. erkrankte Personen langsam und ruhig atmen.
  • Wärme: Decken Sie Erkrankte zu, wenn es kalt bzw. windig ist.
  • Psychische Betreuung: Beruhigen Sie Verletzte und sprechen Sie mit ihnen.

Bernd Haditsch, Dr., Facharzt für Innere Medizin, Vorsorgemediziner, UIAA-Diplom Alpinmedizin, UIAA-Diplom Wilderness- & Expeditionsmedizin, CRM-Zertifikat Reise- und Tropenmedizin, betreibt eine Ordination für Reise- und Expeditionsmedizin (TravelMedCenter im Ärztezentrum Prophy Docs in Graz, hält Vorträge für Laien- und Fachpublikum und genießt – mit Familie, Freunden oder allein – Sommer wie Winter das Wandern, Bergsteigen und Skitourengehen. www.bergundreisen.at

(Das Kapitel „Erste Hilfe“ wurde unter Zuhilfenahme der von Dr. Wolfgang Hansel zur Verfügung gestellten Vortragsfolien „Alpine Notfallmedizin“ verfasst.)