Stolz thront das Städtchen Erice auf seinem Felsen, geschützt von der Stadtmauer aus punischer Zeit. Wir schlendern durch die gepflasterten Gässchen der Stadt, die einst Eryx hieß, nach einer Gestalt aus der griechischen Mythologie. Aus den Vitrinen der Pasticcerias lachen uns süße Schaumrollen an. Vom Kastell blicken wir hinunter auf das Tyrrhenische Meer und auf unser Programm für die nächsten Tage: die Ägadischen Inseln. Unser Weg im Naturreservat, zu Füßen des mächtigen Monte Còfano, führt teils direkt an der Küste entlang, durch Zwergplamenhaine, vorbei an Marmor-Steinbrüchen und einer prähistorischen Grotte. Salzige Meeresluft durchströmt unsere Lungen.

Steilküsten wie im Naturpark Zingaro, quirlige Hafenstädte und ein abgeschiedener Archipel. Auf einem historischen Bio-Weingut essen wir mit den Gastgebern und erfahren, wie die einstigen Besitzer – die Winzer Dynastie Florio – mit dem Marsala Wein reich und mächtig wurde.

Kaum länger als eine Stunde schippern wir nach Marettimo, die abgelegenste der Ägadischen Inseln. Schroffe Kalkfelsen, 700 Einwohner, weiß getünchte Würfelhäuser. Hier gibt es Fischer, ein paar ruhige Pensionen, wo auch wir uns für zwei Nächte betten, Cafés und Trattorien – keine Möglichkeit zu Stress. Spürbar ist die Nähe zu Nordafrika, Spaghetti und Cappuccino koexistieren hier friedlich mit Couscous und orientalischem Orangensalat. Unser Küstenpfad wird zum Bergpfad und führt uns auf den höchsten Gipfel der Insel, den Pizzo Falcone. Bei sehr guter Fernsicht blicken wir von hier bis Tunesien.