Auf staubigen Pisten gelangen wir zur Oase Herðubreiðarlindir, wo sich Ende des 18. Jahrhunderts einer der berühmtesten Outlaws Islands versteckt gehalten haben soll: der Viehdieb Fjalla-Eyvindur. Seine Frau Halla Jónsdóttir und er sollen 20 Jahre in der Wildnis überlebt haben. Im Drama „Fjalla-Eyvindur“ wird Halla eines der berühmtesten isländischen Wiegenlieder in den Mund gelegt: Sie singt ihr Kind in den Schlaf, bevor sie es in einen Wasserfall wirft, damit es nicht den Häschern in die Hände fällt. Auf dem Weg zum Zentralvulkan Askja blicken wir in die Drachenschlucht, dann wagen wir uns in die Caldera, die es auf etwa sieben Kilometer Durchmesser bringt. Im Inneren liegt auch der Öskjuvatn, mit bis zu 220 Metern Tiefe Islands tiefster See.

Die NASA führte am Rande der Askja in den 1960er Jahren geologische Exkursionen durch, unter anderem zur Vorbereitung auf die Mondlandung. „Wahrscheinlich der mond-ähnlichste von den Exkursionsorten“, hielt sie in ihrer Dokumentation dazu fest. Das zentrale Hochland ist der unwirtlichste und geologisch aktivste Teil Islands. Außer diesem lernen wir die Fjorde und Gebirge im Norden und Osten sowie die Gletscher im Süden kennen.

Schon von weitem sehen wir die zerrissenen Flanken des mächtigen Kverkfjöll-Massivs aufragen. Unter ihm sitzt eine der größten Magmakammern Islands, die im Zusammenspiel mit den umlagernden Eismassen des Vatnajökull unzählige bizarre Formen hervorbringt. Je nach Wetter besteigen wir den Gletscher oder besuchen das über 1.700 Meter hoch gelegene Geothermalgebiet an der Westflanke.

Eine kontrastreiche Entdeckungstour durch einige der unberührtesten Regionen Islands.