Über der Bucht von Calvi thront die mittelalterliche Zitadelle. Wir stimmen uns in dem Städtchen auf den lebhaften Charme der Insel ein und gehen´s gemütlich an. Der Inselexpress, eine Schmalspurbahn, nimmt uns ein paar Stationen mit. Anschließend wandern wir durch die Balagne, eine uralte Kulturlandschaft, die schon die Griechen mit Weinfeldern überzogen. Das Besondere an dieser Region mit den vielen Buchten und Bergdörfern ist, dass traditionell korsische Produkte hier einen hohen Stellenwert genießen. Schilder weisen auf versteckte Ateliers, Patisserien und Messermacher hin. Wir starten über Aregno mit seiner historischen pisanischen Kirche hinauf nach Sant‘Antonino, das einer kleinen Felsenfestung gleicht. Bergab kommen wir noch durch ein Künstlerdorf.

Später reisen wir ins Inselinnere rund um die heimliche Hauptstadt Corte: Im Herzen der korsischen Bergwelt beziehen wir für vier Nächte unsere Hütten, die einfach, aber von ihrer Lage unschlagbar sind. Gut, dass wir nicht entscheiden brauchen, welches unserer beiden Wandergebiete schöner ist: Das sonnendurchflutete Tavignanu-Tal, dessen bunt blühende Pflanzen teilweise nirgendwo sonst auf der Welt wachsen – oder das wildromantische Restonica-Tal. Laricio-Kiefern säumen hier den Fluss, die steilen Felswände bilden stellenweise tief eingeschnittene Schluchten. Wir starten am Talende und wandern zum Lac de Melo, der Quelle der Restonica. Der Gebirgsfluss bildet immer wieder schöne Becken – erneut eine Gelegenheit, in den berühmten Badegumpen zu pritscheln.