Leinen los und Schiff ahoi! Wir lassen das historische Skhodra hinter uns und schippern über den türkisen Koman-See durch fjordähnliche Täler. Dichte Wälder wechseln sich mit schroffen, steilen Klippen ab. Immer wieder erhaschen wir einen Blick auf die majestätischen Gipfel der Albanischen Alpen. Wir wandern auf den einsamen Wegen der Schafhirten über hohe Pässe auf die andere Seite. In den Sommermonaten sind es die einzigen Verbindungen zwischen zwei Welten.

Nachdem wir über die üppigen Bergwiesen des Kaprea-Tals streifen, erreichen den Thore-Pass (1.685 m). Wie Punkte schmücken vereinzelte Bauernhöfe mit ihren hölzernen Dächern, Schafherden und eine mit Wasserkraft betriebene Mühle die sonst unberührte und menschenleere Landschaft. In einer Höhle machen wir uns mit einem Derwischorden bekannt. Die Zeit scheint in Albaniens Norden stehengeblieben zu sein. Und sie tut das noch immer für jene, die diese Gegend erkunden.
Beeindruckt hat die Ursprünglichkeit und Traditionstiefe die britische Schriftstellerin Edith Durham schon Anfang des 20. Jahrhunderts. Ihre Faszination für das Land hielt sie im Werk „High Albania“ fest.

Durch die Täler des Nationalparks Valbonatal erreichen wir den höchsten Punkt der Tour, den Gebirsgpass Valbona (1.782 m). Vom Bergdorf Theth, im höchsten Teil des Trogtals liegend, haben wir einen schönen Blick auf mehrere Zweitausender. Dominiert wird die Szenerie von der gewaltigen, 800 m vertikal in die Höhe strebenden Felswand des Arapi (2.217 m), auch „Matterhorn Albaniens“ genannt. Wie aus einer anderen Welt tauchen steinerne Türme auf, die von einer Blutfehde erzählen, und Hotelruinen, die an die kommunistische Vergangenheit erinnern.