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Laos - eine Reisereportage
Peter Tilg, 6500 Landeck17. June 2018
Laos – armes Land, reiches Land
Man sagt, in Asien zu sein ist schön, aber LAOS ist schöner .
LAOS ist ein Land, das noch keinen Stress kennt. Es ist wirklich ein Zufall, dass der diensthabende Grenzbeamte an der thailändischen Grenzstation in Chiang Khong gerade anwesend ist, als wir mit unserem Gefährt von Chiang Rai ankommen, um unsere Dokumente für die Überfahrt mit dem Boot nach Laos vorbereiten zu lassen. Zu unserer Überraschung gibt er sogar Gas, es ist bald Mittag und der Grenzbeamte begleitet uns zur eigentlichen Grenzstation. Dort herrscht schon rege Betriebsamkeit. Wir sind zu dritt, unser thailändischer Führer und zwei Europäer, und wir haben jede Menge Zeit das Geschehen zu beobachten. Hier ist auch die Straße zu Ende Wir sind am „Gate to lndochina“, nun gibt es eine lange Zeit nur mehr den „Fluß“. Mekong, das Zauberwort, der Fluß der Laoten.
Wir setzen hinüber auf die andere Seite nach Ban Housei. Der thailändische Grenzbeamte ist sehr freundlich und hilft uns bei der Abwicklung der Einreiseformalitäten. Wir stehen herum und kommen uns beobachtet vor. Auf einer Veranda sitzen ein paar Leute und ihre Blicke sagen so viel wie - was die wohl in Laos wollen, wo doch das „laute und glitzernde Thailand“ gegenüber liegt. Wir haben Zeit und die laotischen Grenzbeamten denken genauso. Es ist ja Urlaub.
Nach Erledigung der Grenzformalitäten werden wir abgeholt. Ein netter Franzose, dem das Leben in Europa nicht mehr so wichtig zu sein scheint, bringt uns zum Boot.
Wir sind überrascht und begeistert gleichzeitig, das Boot ist nicht klein. Wir sind zu dritt und acht Crewmitglieder. Gemütlichkeit pur, ein wenig ausstrecken und dazu noch ein Lao Bier! Nun geht es aber los, und der Kapitän versteht sein Handwerk.
Es ist Trockenzeit und Niedrigwasser und der Kapitän bringt seine ganze Erfahrung ein, um sein Boot sicher zu führen. Viele große Felsen ragen aus dem Wasser und Verkehr ist auch nicht wenig. Aber das Beeindruckendste ist das Leben am Fluß. Das sind wirklich einzigartige Szenen. Der Kapitän entspricht unserer Bitte langsam zu fahren, um diese Szenen auch auf Bild festzuhalten. Wir bekommen den Eindruck, dass sich hier alles Leben wirklich am Fluß abspielt. Der Mekong dient hier als Wasserstrasse für die dort ansässigen Bevölkerungsgruppen, die Minorities. Besiedelt wird die Nordregion von Vertretern aller drei Hauptgruppen der laotischen Einwohnerschaft, den Lao Loum, Lao Theung und Lao Soung – das erklärt uns auch ausführlich der französische Schiffsbesitzer, der – wie er uns sagt, hier seine Lebensphilosophie gefunden hat. Wir können ihn sehr gut verstehen Wir sitzen am Deck gemütlich in der Runde bei Lao Bier und lassen die Landschaft an uns vorüberziehen. An dem oft sehr steilen Flussufer und den Hängen des Mekong werden vor allem Reis, Mais, Früchte und Gemüse angebaut. An den Ufern sieht man Fischreusen und Frauen, die ihre Wäsche waschen, und Kinder, vor allem Kinder, die fröhlich herumplanschen. Laos hat ca. 4,7 Mio. Einwohner, mit einer Fläche von 236.800 km² und somit mit einer Bevölkerungsdichte von 19 E/km². 42% der Einwohner sind jünger als 15 Jahre. Ich muss eingeschlafen sein, denn plötzlich erschrecke ich durch einen Höllenlärm. Ein Motorboot rast vorbei und unser Freund am Schiff klärt uns auf. Das sind thailändische Geschäftsleute, die schnell nach Luang Prabang fahren, ein Geschäft abzuschließen und dann wieder schnell zurück zur thailändischen Grenze. Business, Business – nichts für Laoten –die Thais haben keine Zeit für Langsamkeit. Der laotische Führer lächelt.
Die Laoten sind sehr freundlich, sie lächeln immer. Auch die hübsche laotische Köchin, die uns nun das Essen serviert, lächelt. Vielleicht will sie dem Essen mit ihrem Lächeln die Schärfe nehmen. Es gibt Reis mit Huhn und Gemüse mit verschiedenen Saucen, dazu einen Salat, den Papayasalat, Tam Maak Hung. Meistens ist der Papayasalat scharf, manchmal sehr scharf, selten weniger scharf, anders schmeckt er ohnehin nicht. Dazu essen die Laoten den sogenannten Klebereis, Kao Niu - der in Bambuskörbchen auch mit auf die Felder genommen wird. In der Früh zubereitet, dient der Reis zusammen mit Papayasalat als Mahlzeit für den ganzen Tag und erst am Abend, nach der Rückkehr von der Feldarbeit, wird gekocht.
Ja, das Leben als Bauer ist sehr beschwerlich in Laos. Steile Hänge und meist feucht heißes Klima und alles Handarbeit.
Nach dem köstlichen Essen und dem gemütlichen Nickerchen heißt es Kamera richten, Filme einpacken, denn wir besuchen ein Dorf der Minorities. Das Empfangskomitee ist auch schon da, eine fröhliche Schar von Kindern. Sie begleiten uns in ihr Dorf, dort werden wir vom Dorfvorsteher begrüßt und in sein Haus eingeladen, und nur in dieses Haus. Wir sind nur drei Touristen und fühlen uns ziemlich beobachtet. Es ist ein Raum, in dem sich alles abspielt. In der Mitte befindet sich die Feuerstelle und über der Feuerstelle hängen Fleisch und Maiskolben. In einer Ecke sieht man eine Buddhastatue mit Lotosblume, Kerzen und Räucherstäbchen und auch Essen, die Opfergaben im Leben eines Buddhisten.
Der Dorfvorsteher erzählt über das Leben in seinem Dorf, er hält seinen kleinen Sohn ganz nackt in seinen Armen. Es hat den Anschein, alle sind glücklich und zufrieden. Es gibt genug Reis zum Essen, die Kühe grasen vor den Hütten und die Schweine und kleine niedliche Ferkel sind auf Entdeckungstour. Wir machen noch einen kleinen Rundgang und immer werden wir von einer Kinderschar verfolgt. Ein kleiner Junge, mit nur einer Jacke und sonst nichts fürchtet sich anscheinend vor unseren Kameras und fuchtelt mit einem Stock. Jugendliche studieren uns und suchen den Augenkontakt, fragend.
Was geht in ihnen wohl vor? Sie begleiten uns noch bis zum Boot und schauen und winken uns noch lange nach.
Wir werden wieder zurückkommen. Und so fahren wir wieder weiter bis zum nächsten Dorf. Wir besuchen ein Reisweindorf.
Hier wird Reisschnaps gebrannt und auch verkauft, denn ohne Lau Lao geht gar nichts in Laos, denn ein ordentlicher Schluck Reisschnaps passt nach jedem Essen. Was in diesem Dorf besonders auffällt, ist die sprichwörtliche Offenheit der Menschen und sie lächeln immer. Eine Mutter schaukelt ihr Baby im Bettchen, das von der Decke hängt. Alles ist offen und es gibt nur einen Raum – in unserer Gesellschaft nicht mehr vorstellbar. Der Abschied fällt mir schwer, ein nettes Mädchen ist schuld daran, aber ich muss weiter, nur ein kleines Parfümflacon bleibt zurück. Khooi sabai – laa koon.
Das nächste Dorf hat ein ganz anderes Aussehen als das vorige. Hier stehen die Hütten auf Pfählen und nicht ebenerdig auf dem Boden, obwohl wir uns ein Stück oberhalb des Flusses befinden. Es ist eine andere Bevölkerungsgruppe. Unser Auftauchen ist auch wie in den anderen Dörfern ein Ereignis, sogar die Haustiere sind irritiert und machen sich über den Reis her, der am Boden zum Trocknen ausgebreitet ist. Auch in diesem Dorf werden wir zum Dorfchef geführt, und wir sind überrascht. Denn der Mann raucht gemütlich eine Opiumpfeife und demonstriert das auch genüsslich. Seine Frau lächelt und seine Kinder kauern scheu in der Hütte. Ein paar Zigaretten und ein Feuerzeug nimmt er als Geschenk. Obwohl die Regierung das Opiumrauchen verboten hat, gibt es sie noch vereinzelt, sagt man. Auch wurde ein Umsiedlungsprogramm mit Entwicklungshilfegeldern der UNDP gestartet. Dahinter steckt sicher das Bestreben der Regierung, die ethnischen Minderheiten zu assimilieren. Aber die Bergstämme lassen sich nicht so einfach in die Täler locken.
Laos ist reich an Bodenschätzen, diese werden aber bis heute kaum genutzt. Das wichtigste Exportgut ist Tropenholz, das wird vor allem in das benachbarte Thailand exportiert. Auch die Stromgewinnung ist ein bedeutender Faktor und der Überschuss wird nach Thailand exportiert.
Unser Boot legt ab zu unserer Unterkunft für die erste Nacht. Nicht einmal müde, eher aufgedreht erreichen wir nach kurzer Zeit Pak Beng und ganz in der Nähe Luang Say Lodge, eine romantische Anlage am Mekongufer. Der Empfang ist wie erwartet nett, mit Fruchtsaft und einem Lächeln. Wir sitzen draußen auf der Veranda, genießen das Abendessen, das Lao Bier und die Stille, die manchmal vom Lärm der Speedboote unterbrochen wird – eilige Leute sind unterwegs. Die Nacht bricht schnell herein und es gibt nur eine Wahl, mit der Laterne zu Bett zu gehen, schnell unters Moskitonetz und versuchen zu schlafen, nicht zu denken. Am Morgen werden wir geweckt durch Lärm, schon wieder ein Schnellboot. Ruhig bleiben, denke ich mir, bald sind wir in Luang Prabang. Zuvor aber besuchen wir noch die Höhle Tham Thing am Pak Ou Cave. Eine Höhle mit tausenden von Buddhastatuen, nur vom Fluss aus zu erreichen. Das Wetter heute ist traumhaft schön, der Fluss glänzt und der Blick aus der Höhle ist atemberaubend. Der laotische Führer erklärt uns die verschiedenen Buddhahaltungen, die gesenkten Hände bedeuten zum Beispiel, bitte um Regen. .....
Wir erreichen Luang Prabang und werden von freundlichen Menschen erwartet. Wir fahren in Richtung unserer Unterkunft, zum Hotel Phou Vao am Rande der Stadt. Der erste Eindruck ist schon sehr vielversprechend. Die Stadt scheint zum größten Teil aus Tempeln zu bestehen, einer schöner als der andere.
Die Stadt Luang Prabang selbst verkörpert LAOS schlechthin. Seit 1995 steht die Stadt auf der UNESCO-Liste als ein kulturelles Welterbe. Wir fahren durch eine der beiden Hauptstraßen in Richtung zu unserem Hotel und staunen über die Schönheit der vielen Tempel und das Leben auf der Straße. Wir freuen uns schon auf die erste Phototour. Das Hotel ist einfach und schon ein wenig abgewohnt, früher diente es der Nomenklatura als billige Ferienwohnungen. Die Zeiten haben sich geändert, die Probleme sind die gleichen geblieben. Laos ist arm.
Nach einer kleinen Pause und einer Erfrischung brechen wir auf zur Tempeltour. Uns ist jetzt schon klar geworden, wir haben für Luang Prabang viel zu wenig Zeit eingeplant. Nur zwei Tage, eine Woche ist das Mindeste. Wat Xieng Thong – die Tempelanlage schlechthin von Luang Prabang. Sie befindet sich am Mekongufer. Architekturstil des laotischen Nordens mit bis auf den Boden gezogenen Dächern und die reiche Innenausstattung der Dachbalken. Die Besichtigung der Tempelanlage nimmt reichlich Zeit in Anspruch, denn mehrere schöne Tempel befinden sich auf dieser Anlage, dazu kommt noch die Ruhe zum Verweilen. Die Zeit vergeht wie im Flug und wir beschließen einfach einmal zu bummeln, die Leute auf den Straßen zu beobachten. Es gibt zwar nur zwei Hauptstraßen, die Thanon Sakkarine und die Thanon Photisarath, aber es gibt hier einiges zu sehen. Verkaufsstände mit Obst, Gemüse und französischem Baguette mit oder ohne Fülle, eine Art Fleischpastete mit Gurken, Papaya und Chilisauce, gleich probieren und danach Lau Lao.
Handwerker, die Silberschmuck erzeugen, andere, die Tempel renovieren, das scheint die Hauptbeschäftigung zu sein und unzählige Mönche, die im Schatten sitzen oder mit dem Sonnenschirm spazieren gehen. Langsam werden wir hungrig, doch bald ist es soweit – wir sind zu einem laotischen Essen eingeladen, das unser laotischer Führer eingefädelt hat.
Die Hauptmahlzeit wird meist erst am Abend gegessen, wenn es nicht mehr so heiß ist und danach wird noch ausgegangen. Gemeinsam essen ist ein gesellschaftliches Ereignis und gleichzeitig auch ein Erlebnis. Das Essen kommt einfach auf den Tisch und jeder bedient sich, wie er will. Meine Nachbarin hilft mir beim Aussuchen und Herrichten der Häppchen und auch sonst gibt es keine Berührungsängste. Man muss es einmal erlebt haben.
Bevor wir zum Hotel fahren, machen wir noch einen kurzen Stopp in einem Tanzlokal. Es ist sehr laut, man versteht sein eigenes Wort nicht mehr, aber es ist lustig zuzuschauen, wie die Mädchen und Burschen zu moderner laotischer Musik tanzen, diszipliniert wie in einem Tanzkurs. Leider müssen wir nun doch Richtung Unterkunft aufbrechen, denn wir wollen ja früh aufstehen, am nächsten Tag erwartet uns volles Programm.
Einen Weckruf hätte ich wirklich nicht gebraucht, denn schon vor 5 Uhr Früh kräht ein, nein es krähen mehrere Hähne in der Nähe. Nach einer Runde im Schwimmbad bin ich nun wirklich putzmunter. Es gibt herrlich schwarzen Kaffe und ein riesiges Frühstück. Unser Fahrer, mit dem wir gemeinsam die Umgebung von Luang Prabang erkunden werden, wartet schon. Die Fahrt geht Richtung Wasserfall Tat Kuang Si. Wir sehen Reisfelder links und rechts der Straße, in allen Farben von grün bis gelb, und Menschen, die mit ihren Büffeln die Felder bearbeiten, auch ein Elefant kreuzt unseren Weg. Wir machen einen kurzen Stopp, sonst versäumen wir ja die schönsten Szenen. Fast hätten wir einen Büffel erschreckt, ein kleiner Junge konnte ihn gerade noch im Zaum halten. Einfache Häuschen, ja Hütten und davor eine Umzäunung mit Haustieren, z.B. Schweinen, die Hühner laufen ohnehin frei herum. Und ganz in der Nähe eine Schule, Kinder mit ihren Uniformen und Sonnenschirmen.
Alle machen einen glücklichen Eindruck. Wir fahren weiter Richtung Wasserfall und freuen uns schon auf das Picknick. Der Wasserfall Tat Kuang Si ist ein beliebtes Ausflugsziel der Luang Prabanger. Hier finden sich Stellen zum Ruhen und Essen sowie Verkaufsstände für Drinks und laotischen Imbissspezialitäten. Unser laotischer Führer bringt uns Klebereis und Papayasalat, Lao Bier und Coca Cola. Es ist wirklich gemütlich hier, der Wasserfall rauscht und Schmetterlinge schwirren umher, nur ein paar Touristen stören diese Beschaulichkeit. Wir müssen schon wieder weiter, denn wir wollen am frühen Abend in Luang Prabang sein und einen Berg besteigen. Auf der Rückfahrt kommen wir bei einer Ziegelfabrik vorbei. Die hier arbeitenden Menschen verdienen ihr Brot wirklich hart. Unter glühender Sonne und mit nur geringem Maschineneinsatz werden hier Ziegel erzeugt. Das Areal ist nur klein und wer weiß, ob bei unserem nächsten Besuch die Menschen nicht schon weitergezogen sind. Auf dem Weg liegt auch das Weberdorf Ban Phanom. Hier leben die aus Südchina stammenden Weber. Ihre Stoffe sind im ganzen Land berühmt und werden heute den Touristen zum Kauf angeboten. Es ist interessant zuzuschauen, wie die Frauen mit ihren flinken Händen den Webstuhl beherrschen und daneben noch auf ihr Kind schauen. Auch bei einer Papierherstellung kommen wir nicht vorbei, ohne etwas einzukaufen. Wunderschönes, von Hand gemachtes Papier, kunstvoll z.B. zu einem Photoalbum verarbeitet. Die Sonne ist schon am Untergehen, wir wollen die abendliche Stimmung in Luang Prabang noch erleben. Heute ist Bilderbuchwetter und die Tempel glänzen in der untergehenden Sonne, ein Paradies für einen Fotografen. Auf geht’s auf den Gipfel, wir besteigen den Berg Phou Si im Zentrum der Stadt. Wat Chomsi (Wat Phou Si), das ist der höchst gelegene Tempel der Stadt, befindet er sich doch auf dem Gipfel des Phou Si. Eine Treppe mit 328 Stufen führt vom Königspalast zum Wat Chomsi, auch Wat Phou Si genannt. Ein herrlicher Ausblick über Luang Prabang ist der Lohn für den Aufstieg, es ist immer noch schwül. Wir und ein paar Touristen erwarten in Ruhe den Sonnenuntergang an diesem schönen Tag. Ein paar Kameras klicken und die Leute flüstern. Ohne viel zu reden, fahren wir in unser Hotel. Am nächsten Tag heißt es sehr früh aufstehen, wollen wir doch den Mönchen bei ihrer morgendlichen Zeremonie zusehen.
Wir lassen uns einen Weckruf geben, sollten die Hähne einmal nicht krähen. Aber sie krähen mehr als pünktlich, wir beeilen uns mit dem Aufstehen, denn der Fahrer wartet schon. Es ist fünf Uhr in der Früh. Wir fahren ins Zentrum zu den Wats. Noch ist es sehr ruhig, einige Fahrräder sind schon am Weg und ein paar Tuck Tucks. Aber langsam scheint es loszugehen. Einige Frauen tauchen auf, mit einem Korb und einem Teppich unter dem Arm. Diesen Teppich legen sie auf den Gehsteig und knien sich darauf.
Nun wird es doch ein bisschen lauter, es wird ein wenig heller und nun sieht man sie, die Mönche – sie kommen mit einem Korb umgehängt in einer Reihe und sie „betteln“ den Reis (das Essen) für den ganzen Tag. Es ist eine Ehre für einen Buddhisten einem Mönch etwas zu geben.
Eine eigenartige Stimmung liegt in der Luft, solange die Mönche in der Nähe sind. Und wir bewegen uns auch lautlos weiter, Richtung Morgenmarkt. Dieser Markt hat wirklich einiges zu bieten, ist er doch schließlich der Marktplatz für alle Völker der Gegend. Auch wir kaufen dort unser Frühstück ein, Baguette mit Inhalt, versteht sich. Es gibt einfach alles zu kaufen für das tägliche Leben, und diese Frische! Wir sind schwer beeindruckt. Wenn wir wieder Zuhause sind, gibt es einiges zu erzählen. Leider müssen wir nun weiter und fahren nach einem gemütlichen Frühstück Richtung Flughafen. Zuvor aber bummeln wir noch einmal durch die Hauptstraße und genießen das Flair dieser Stadt.
Am Flughafen herrscht schon reger Betrieb, eine alte chinesische Propellermaschine steht am Rollfeld. Mein Begleiter meint, das kann nicht unser Flieger sein, aber er ist es. Der Flug nach Vientiane wurde ein Abenteuer. Es gab keine Klimaanlage und das Kondenswasser tropfte von der Decke, dafür gab es ein Getränk.
Ankunft in Vientiane, der Hauptstadt von Laos, sie liegt am Mekong. Eine Stadt mit ca. 400.000 Einwohnern, aber eine Hauptstadt, wie wir sie uns so nicht vorgestellt haben. Eher eine Stadt mit Provinzcharakter, eine ländliche Idylle. Wassergräben und Reisfelder durchziehen die Stadt, Häuser und Hütten werden einfach irgendwo hingebaut. Wir werden von einer freundlichen Reisebegleiterin empfangen, sie ist ein bisschen nervös; sie bringt uns zum Supermarkt, aber wir wollen doch die Stadt erkunden. Doch sie taucht bald wieder auf, mit einem Lächeln, und wir starten zur Citytour.
Auch Vientiane hat einiges zu bieten, ist aber bei weitem nicht so schön wie Luang Prabang. Hervorzuheben sind einige schöne Wats, wie z.B. das Wat Tat Luang, das wunderschön in der abendlichen Sonne glänzt. Auch gibt es „eine“ breite Straße, an deren Ende ein Triumphbogen steht, Patou Say, nachgebaut dem Triumphbogen in Paris. Dieses Bauwerk ist aber der Spott der Laoten und wird als „Mahnmal der Plünderer der Staatskassen“, bezeichnet. Natürlich darf auch ein Nachtmarkt nicht fehlen und wir genießen noch den letzten Abend in Laos, den Sonnenuntergang am Mekong.
Am nächsten Tag geht es über die Freundschaftsbrücke, die einzige Brücke in Laos über den Mekong, nach Nongkhai/Thailand. Nun ist es vorbei mit der Ruhe und Gemütlichkeit...


p.s. Diese Reisereportage erschien in einem deutschen Reisemagazin anlässlich meiner Reise durch Laos im Jahr 1999. Danach besuchte ich noch mehrmals Laos mit den wunderbarsten Menschen die ich je getroffen habe und der wunderschönen Landschaft. Leider haben sich auch die negativen Auswüchse des Rucksacktourismus bemerkbar gemacht. Mein Zugang war und ist eine Buchung und Vorbereitung der Tour über einen seriösen Veranstalter. Da ich nun mehr Zeit habe möchte ich sehr gerne einmal mit Euch unterwegs sein.
Sabai Dii - khoop tjai lai lai