Gaumukh („Kuhmaul“) ist der Name des Gletschertors auf 4.255 m, in dessen Inneren der Quellfluss des Ganges, Bhaghirati, entspringt und seinen wilden Lauf nimmt. An dieser Stelle blicken wir auf den riesigen Gangotri-Gletscher und auf die schneebedeckten Spitzen der höchsten Berge des ehemaligen Königreichs Garhwal. Vor unseren Augen ragen einige 6.000er in den Himmel. Der imposanteste ist wohl der cremefärbigen Shivling, das “Indische Matterhorn”, das Baghriathi-Massiv mit seinen zackigen Spitzen, dem Meru und dem Vasuki Parbat. Die Berge scheinen nirgendwo anders im Himalaya so unmittelbar und greifbar.
Auf den Spuren des jahrhundertealten Pilgerweges machen wir in Rishikesh Halt. Dort wo es seit jeher Weise hingezogen hat um (in Höhlen) zu meditieren. Wir tun es den Beatles gleich und suchen in einem Ashram bei einer Yogaeinheit nach Inspiration. Ob diese reicht, um wie John Lennon der Stadt ein eigenes Lied zu widmen – „The Happy Rishikesh Song“ – ist eine andere Geschichte. Auf den Weg zum Char Dam pausieren viele Pilger/innen in der heiligen Stadt um am Triveni Ghat (Badestelle) im Ganges ein Bad zu nehmen und den abendlichen Aarati beizuwohnen. Diya (Lichter in traditionellen Tonformen) werden in den Fluss gesetzt, ihre Schein spiegelt sich im Wasser, während Bewohner/innen der Ashrams religiöse Lieder singen und Gebete sprechen.

Begleitet von einem unserer erfahrenen Guides, die selbst in Garhwal geboren sind, folgen wir dem Bhagirati und durchqueren fruchtbares Flussland. Da hier jeder Ort, Fluss und Tempel eng mit der hinduistischen Mythologie verbunden ist, gibt es viele Geschichte, die es zu erzählen gibt, unterwegs oder beim Campen unter dem Sternenhimmel am Fluss. Unser Weg führt durch Kieferwälder, an der Baumgrenze vorbei, über Geröllfelder, eine Hinterlassenschaft des Gangotri-Gletschers, bis zu Indiens schönsten Höhenwiese auf dem Tapovan-Plateau auf 4.500 m.
Auch wenn wir einen Gletscher überqueren, ist die gesamte Reise von moderaten Wanderungen geprägt, den Höhenan- und -abstieg nehmen wir etappenweise vor. Es bleibt ausreichend Zeit, um sich der Schönheit der Landschaft zu widmen, die Stille der Berge zu genießen und dem Rauschen der Flüsse zu lauschen. Oder mit scharfen Auge vielleicht ein Blauschaf (Bharal/Nahur), eine besondere Ziegenart, zu erspähen. In ursprünglichen Dörfern besuchen wir Tempel und Heiligtümer und lassen uns die heimische indische Küche schmecken.

 

Den kulturellen Höhepunkt begehen wir in Agra mit der Besichtigung der UNESCO-Weltkulturerbe-Stätten, dem Taj Mahal und dem Fort in Agra. Gemeinsam tauchen wir ein in die Zeit der Mogulen-Herrschaft und erkunden auf den lebendigen Märkten der Stadt ihre Hinterlassenschaft: Kunsthandwerk aus Marmor.

 

„Eine Reise der fließenden Bewegung in mitten des Himalaya-Gebirges. Entspannte Wanderungen entlang des Ganges bis zu seiner Quelle. Ein wogendes Meer an Lichtern bei der Aarati-Zeremonie. Yogaübungen im ganz persönlichen Rhythmus.“