An manchen Tagen hier im Dunst der Gran Savana erahnt man sie nur: Die bis zu tausend Meter hoch aufragenden Tafelberge hüllen sich fast das ganze Jahr über in Wolken. Auf den Hochplateaus der meisten hat noch nie ein Mensch gestanden. Tepuis nennen die Pemon-Indianer ihre Berge, „Haus der Götter“. Der Auyan-Tepui ist einer der größten. Von der Graslandschaft steigen wir steil bergauf durch steiniges und schlammiges Gelände; Pemon-Indigene begleiten uns. Für sie sind Wasser, Sonne, Pflanzen ihre Götter; wollen sie trinken oder einen Fisch fangen, fragen sie um Erlaubnis. Wir kommen durch dichten Urwald. Von einer Flanke des Auyan stürzt der Río Churún fast tausend Meter in die Tiefe, es ist der höchste Wasserfall der Erde; auch wir gönnen uns auf dem anstrengenden Weg nach oben das ein und andere Mal ein Bad im Fluss.

Diese Reise haben wir für Abenteuerlustige konzipiert: Das Trekking enthält Passagen zum Klettern; das Wetter schlägt von einer Minute auf die andere um, sodass wir unsere Pläne vielleicht umschmeißen müssen. Mit dem Boot fahren wir auf eine Karibikinsel, dort campen wir direkt am Strand, schwimmen und schnorcheln.

Vorher starten wir noch zu unserer dreitägigen Exkursion durchs Orinoko-Delta, einem der größten Mündungsgebiete der Welt. In vier Stunden mit dem Motorboot gelangen wir durch dichten Regenwald mitten ins Herz des Flusslabyrinths. Wir übernachten in Hängematten oder Palmenhütten der Warao-Indianer, für die Morgenwäsche gehen wir zum Fluss. In Einbäumen ruhig paddelnd erkunden wir die Seitenarme, um Affen, Kaimane und Papageien zu beobachten.