Von der Sonora-Wüste fahren wir hinauf zum tiefroten Colorado-Plateau. Eine der ersten Felsformationen, die vom Highway 179 aus zu sehen ist, ist Bell Rock: Wie eine gigantische rote Glocke hockt er in der Landschaft. Wir umrunden ihn gemütlich und sind dabei umringt von einem Meer weiterer steinerner Kathedralen. Wenn wir am nächsten Tag die Devil´s Bridge erklimmen, eine Sandsteinbrücke über den Fluss Mynach, mischt sich in das Rot auch das satte Dunkelgrün der Bäume.

Felsschluchten, die White Sands Wüste und die Tent Rocks, die aussehen wie Zipfelmützen: Die Natur mag es in dieser Gegend nahe Mexiko verspielt. Und was sich hier alles abgespielt hat: Zwischen Phoenix und Santa Fe stoßen wir immer wieder auf die Spuren der Ureinwohner, sei es bei Felsgravuren oder den Höhlenwohnungen der Anasazi-Indianer. Vom rauen Wild-West-Leben erzählen die Einschusslöcher in den Saloons von Tombstone, an den Goldboom erinnert die Goldfield Ghost Town.

Das Städtchen Old Mesilla war zeitweise ein Vergnügungszentrum mit Bars, Tanzböden und Hahnenkämpfen. Billy the Kid wurde hier zum Tode verurteilt (entkam aber). Mit der „Butterfield Overland Mail Trail“, deren Route heute noch sichtbar ist, folgen wir der Postkutschen-Linie aus dem 19. Jahrhundert. Ursprünglich lebten hier im Tal des Rio Grande verschiedene Indianerstämme: Als Widerständigster aller Apachen ging der Medizinmann Geronimo in die Geschichte ein. Vom Fort der „Weißen“ sind heute noch Grundmauern zu sehen, auf einem Friedhof mitten in der Wildnis finden wir das Grab von Geronimis Sohn.