In der Bucht von La Paz haben wir alles ins Boot geladen, was wir für die nächsten vier Tage und drei Nächte im Golf von Kalifornien brauchen. Der beherbergt ein einzigartiges Ökosystem und ist der einzige Ort weltweit, an dem der vom Aussterben bedrohte Kalifornische Schweinswal lebt, einer der kleinsten Wale der Welt. Dass er sich hier so wohl fühlt, liegt daran, dass der Golf im Sommer bis zu 36 Grad warm wird. Wenn wir einen Anlegeplatz ansteuern, tummeln sich vor uns Delfine, Großwale und mit etwas Glück auch Blau-, Finn-, und Pottwale. Wir ankern in Buchten vor unbewohnten Inseln, schlagen am Strand unsere Zelte auf und werden von Meeresrauschen in den Schlaf gewiegt.

 

Nach dem Inselhüpfen zieht es uns in gänzlich andere Gefilde der mexikanischen Halbinsel: Der Gebirgszug der Sierra de la Giganta bildet eine gewaltige Wand gespickt mit Türmen, Säulen und tiefen Canyons aus rötlich leuchtendem Sandstein. Geradezu lebensfeindlich wirkt später die „Desierto Central“, ein Teil der Sonora-Wüste, die sich über den Nordwesten Mexikos, Teile Kaliforniens und Arizonas zieht. In Wirklichkeit steckt die Landschaft aber voller Leben: Die Arme der meterhohen Kakteen scheinen uns schon von Weitem zu winken, viele Vogelarten flattern nur auf diesem Fleck Erde durch die Lüfte. Abends verbreiten der klare Sternenhimmel und das knisternde Lagerfeuer Wild West-Stimmung. Zum Schluss erhaschen wir noch Einblicke in das Leben mexikanischer „Rancheros“ und schauen im  Nationalpark San Pedro Mártir auf den Pazifik hinab. Wer weiß, vielleicht zieht ein kalifornischer Kondor seine Kreise über unseren Köpfen?