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Vor zehn Jahren wollte ich schon einmal nach Costa Rica. Damals sollte es nicht sein. Nun habe ich diese Reise mit einer langjährigen Reisefreundin nachgeholt. Und das war gut so. Am ersten Tag, nach erholsamen Schlaf nach dem langen Flug kam unser Reiseleiter: Heinrich, ein deutscher Lehrer, der seit vielen Jahrzehnten Costa Rica, oder besser den halben südamerikanischen Kontinent kennt. ER liebt dieses Land, seine Wahlheimat. Und das merkte man ihm mit jeder Faser und jedem Wort an. Ein Temperament, eine Neugier auf Menschen und Herausforderungen des Lebens- dabei ist er über siebzig- man will es nicht glauben. Diese Begeisterung steckte an. Am ersten Tag fuhren wir nach einer Einführung in die Landeskunde und die Schwerpunkte der vor uns liegenden Tage, zum Vulkan Poas, den wir auf der gegenüberliegenden Seite des Zentraltales sahen, vorbei an Kaffeeplantagen und Gemüsegärten und einer ausgedehnten Weidewirtschaft . Es war Sonntag, und viele Einwohner aus San José und den umliegenden Städten waren auch auf dem Weg zum Krater. Ein überwältigender Anblick, wenn man, wie ich, zum ersten Mal an so einem Kraterrand steht und unten den Kratersee und die brodelnden Dämpfe sieht. Ein Blick in die Erdgeschichte. Am nächsten Tag zeigte uns Heinrich San José. Und wieder gab es viele Detailinformationen, gespickt mit eigenen Erlebnisberichten. Im Waldreservat Monte Alto verbrachten wir eine Nacht und den folgenden Tag in Natur pur. Wir sahen Orchideen und der dort angestellte Hüter, wir würden vielleicht Förster sagen, berichtete über die Wiederaufforstung und den weiteren Ausbau des Naturreservates. Aventoura unterstützt dieses Projekt pro Reiseteilnehmer mit einem bestimmten Betrag. Auf der Insel Chira waren wir Gäste einer Frauenkooperative. Immer wieder begegneten wir Menschen die für ihre Heimat und die Natur ihres Landes sich begeistern und dafür einsetzen, dass diese Gegend und damit diese Erde für unsere nachfolgenden Generationen erhalten und geschützt wird. Dieses Engagement zu sehen war interessant und machte zugleich nachdenklich über unser eigenes Verhalten der Umwelt gegenüber. Es war angenehm, in Costa Rica zu reisen, denn es fehlten die bettelnden Kinder und Erwachsenen, wie ich es von anderen Reisen kenne. Es ist ein sauberes Land, man kann Wasser bedenkenlos trinken, Obst kaufen und essen, in den Städten geht es entspannt zu. Überhaupt, die Versorgung war köstlich und abwechslungsreich, auch wenn wir erst darauf vorbereitet wurden, dass es meist Reis mit Bohnen oder Bohnen und Reis gebe. Nein, es war immer wohlschmeckend. Schön, dass bei dieser Reise sowohl die Pazifikküste als auch die Karibikküste bereist werden. So haben wir doch einen schönen und interessanten Überblick über die Naturschönheiten dieses Landes in der Mitte der beiden Amerikas bekommen. Den genauen Reiseverlauf kann man in der Reiseausschreibung nachlesen. Vielleicht könnte man aber in der Ausschreibung genau den Zeitraum benennen, wann man die Meerschildkröten sehen kann und wann sie schlüpfen oder wann die Hauptblütezeit der Orchideen ist. So kann der, der Bestimmtes sehen möchte, besser seine Reisezeit planen. Heinrich wird mir immer ein Vorbild an Temperament, Begeisterungsfähigkeit und Lust auf Leben bleiben. Ob ich das wohl mit Mitte siebzig auch noch so hinbekomme. Ihm nachzueifern lohnt sich allemal.