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Initiative #ErLebeNatur ruft Politik zum Handeln auf

Steirische Firmen, Initiativen und Vereine haben sich zusammengetan und benennen Probleme und Handlungsfelder im Zusammenhang mit Bergsport, die nun dringend angegangen werden müssen. Mit steigender Beliebtheit des Outdoorsports benötigt es neue Regeln und auch Initiativen von Land und Regionen, damit ein gemeinsamer, nachhaltiger und unbeschränkter Zugang zur Natur möglich ist. Die Initiative  #ErLebeNatur legt Lösungsvorschläge und Forderungen an Verantwortlichen der steirischen Politik vor.

Vermehrter Naturtourismus führt zu neuen Herausforderungen
Die Corona-Pandemie hat eine Entwicklung verstärkt, die sich schon in den Jahren zuvor immer deutlicher abgezeichnet hat: Immer mehr Menschen bewegen sich in der Natur. Einerseits eine positive Entwicklung, andererseits bringt dies neue Herausforderungen mit sich. Immer mehr Einsteiger:innen sind auf eigene Faust in der Natur unterwegs. Viele der rasant angestiegenen Bergrettungseinsätze im heurigen Sommer, waren auf schlechte Ausrüstung oder die schiere Unkenntnis grundlegender Verhaltensregeln zurückzuführen. Mit der bevorstehenden Skitourensaison kehren wieder die Bilder des Vorjahres ins Gedächtnis zurück: Überfüllte Parkplätze, fehlende Lenkungsmaßnahmen, Infrastruktur vor Ort und achtlos weggeworfener Müll haben über Wochen hinweg die Medien beherrscht. Immer wieder ist es zudem zu Konflikten zwischen Freizeitsportlern und Grundbesitzern gekommen. Einseitige Wegsperren und Besitzstörungsklagen waren die Folge.

Es braucht Zusammenarbeit
Während in anderen Regionen und Ländern in Österreich bereits frühzeitig auf diesen Trend reagiert wurde (siehe Beispiele weiter unten), hat man es in der Steiermark bisher verabsäumt, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Christian Hlade, Gründer des Reiseveranstalters Weltweitwandern (weltweitwandern.com) hat das Problem erkannt und eine Vielzahl wichtiger Akteur:innen, wie zum Beispiel Alpenverein, Naturfreunde, steirische Naturparke, Bergrettung, Bergwanderführerverband und viele mehr, in Arbeitsgruppen zusammengebracht. „Jeder sollte die Möglichkeit haben die Natur zu genießen. Es braucht ein Miteinander damit die Tierwelt geschützt und die Landschaft gepflegt wird und der Wanderbegeisterte sich in der Natur bewegen kann.“ sagt der Initiator, Christian Hlade. Die thematischen Arbeitsgruppen haben gezeigt: Es braucht nun Koordination, Rahmenbedingungen und auch eine Finanzierung von Landesseite um den Herausforderungen zu begegnen und Naturerlebnisse in unserer schönen Heimat zu ermöglichen.

Ergebnisse und weiteres Vorgehen der Initiative #ErLebeNatur
Wichtige Themen sind zum Beispiel die Lenkung der Besucher:innen, Parkplätze und Sanitäranlagen, einheitliche Wegemarkierungen und Einhaltung der Wildschutzzonen. Ein weiteres großes Thema ist auch der Ausbau von Shuttles und Anreisemöglichkeiten mit dem öffentlichen
Verkehr. Ideen zur Umsetzung wurden in den Arbeitsgruppen entwickelt.
Derzeit finden Gespräche mit den Verantwortlichen der steirischen Politik statt. Erste Gespräche haben leider gezeigt, dass derzeit in der steirischen Landespolitik eine zentrale Zuständigkeit für das Thema fehlt. Die erforderliche Umsetzung von Maßnahmen ist auf mehrere Ressorts verteilt.
Aktuell fühlt sich niemand für das gesamte Thema koordinativ verantwortlich, obwohl alle finden, dass ein rasches Handeln wichtig und dringend wäre.

Erste große Forderung: Bewusstseinsbildung
Ein Ziel der Initiative ist Bewusstseinsbildung. Gemeinsam mit dem Land Steiermark wäre es wichtig in den nächsten Monaten eine groß angelegte Bewusstseinskampagne zu starten, um die Bevölkerung für eine nachhaltigere Nutzung des Naturraumes zu sensibilisieren. So könnte im
Rahmen der Kampagne vermehrt auf die richtige Tourenplanung, die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, den Schutz von Wildzonen und die Vermeidung von Müll hingewiesen werden.

Lokale Bevölkerung soll profitieren
Ziel ist es in einem weiteren Schritt, die Angebote vor Ort auszubauen. Besucher:innen sollen länger in der Region verweilen und konsumieren, damit die regionale Wertschöpfung gesteigert wird. Das kann mit Wert-Gutscheinen in lokalen Gaststätten, Parkgebühren mit dazu passendem
Service, Verkaufsständen oder Automaten mit regionalen Produkten uvm. passieren. Dringend notwendig ist auch ein Ausbau des öffentlichen Verkehrsangebotes und Schaffung von Shuttle-Möglichkeiten speziell an den stark frequentierten Wochenenden. Das sind nur einige der Punkte,
die in nächster Zeit mit den Verantwortlichen der steirischen Politik besprochen werden und die von offizieller Seite übernommen und auch aktiv umgesetzt werden

Am Foto von links:

Dr. Wolfgang Stock / Jurist für Freizeitrecht

Wolfgang Raback / systemischer Coach, Mitinitiator der Initiative

Bernhard Stejskal / Geschäftsführer Naturparke Steiermark

DI Christian Hlade / GF Weltweitwandern und Initiator der Initiative #ErLebeNatur

Anton Brunnader / Obmann steirischer Bergwanderfüherverband

Andreas Steininger / Steirische Bergrettung, GF Naturpark und TV Mürzer Oberland