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15 Jahre Weltweitwandern & Marokko – “Alles begann mit einem Teppich!”

Weltweitwandern ist heuer 15 Jahre alt, und auch die Trekking-Agentur „Amalou“ von Brigitte Zahner und Lahoucine Taha in Marrakesch wurde vor 15 Jahren gegründet. Beide haben von Anfang an zusammengearbeitet: 15 gemeinsame Jahre verbinden. Wir haben Brigitte und Lahoucine für den Weltweitwandern-Newsletter um ein Interview gebeten.

Wie kam es zu Eurer Agenturgründung 2000? Und wie zur Zusammenarbeit mit Weltweitwandern?

Alles begann mit einem Teppich … Oder einer Reise, die Lahoucine für Gäste seines WG-Kollegen führte. Gäste aus Österreich, die Marokko bereisen wollten, weil der WG-Kollege als Spezialist für Textilien ihnen über einen Studienkollegen von Christian Hlade wunderbare Berberteppiche vom Atlas vermittelt hatte. Der Studienkollege lernte Lahoucine kennen, und der Faden wurde weitergesponnen, und Christian Hlade und Lahoucine begaben sich auf eine gemeinsame Reise. Die Reise von Weltweitwandern und Amalou. Eine Reise, die geprägt ist von gegenseitigem Respekt, Unterstützung und Toleranz. Es ist viel mehr als eine schlichte „Zusammenarbeit im Tourismus“. Es ist ein Weg, den wir gemeinsam gegangen sind und gehen, einer Beziehung gleich. Auch wenn wir nie über die Philosophie, die Wegrichtung diskutieren mussten, so hatte ein jeder mit seiner Persönlichkeit, seinen Höhen und Tiefen Zu einem spannenden und manchmal auch herausfordernden Dialog beigetragen. Die Agenturgründung von Amalou war die logische Folge von vielen Schritten vorher. Die Entscheidung dafür fiel in der Schweiz am Vierwaldstättersee bei einem gemeinsamen Treffen. Dabei wurde auch klar, dass es für mich, Brigitte, eine Aufgabe gibt in Marokko.

 

Wie viele Gäste habt Ihr seither für die Wüste begeistern können, und woher stammen die Gäste überwiegend?

Die Zahl der Gäste haben wir nicht erfasst. Wir wissen sie nicht. Uns ist wichtiger, dass wir wissen, sehen und lesen, dass viele unserer Gäste mit strahlenden Augen heimkehren. (Ok, manchmal müssen erst mal die Augen trocknen, denn manche müssen weinen beim Abschied). Ein jeder Gast, eine jede Teilnehmerin zählt, die mit Begeisterung von ihrer Reise in Marokko, einem islamischen Land mit Menschen, die Moslems sind, heimkehrt. Unsere Gäste stammen aus Europa, meistens aus dem deutschsprachigen Raum. Wir unternehmen seit jeher Touren, auf denen SchweizerInnen, ÖsterreicherInnen und Deutsche miteinander wandern. Auch das ist für manche eine interkulturelle Herausforderung – die manchmal zu einer ersten Reise zuhause ins Nachbarland führt.

 

Was waren für Euch als Reiseveranstalter die Highlights in den letzten 15 Jahren?

Die vielen positiven Feedbacks der Gäste. Die vielen Gäste, die wiederkommen. Die Zusammenarbeit mit Weltweitwandern und da speziell die Zusammenarbeit mit der Marokkoverantwortlichen bei Weltweitwandern, Sonja Mraulak. Die ausgebuchten Touren genauso wie das Durchführen können von Gruppen mit nur zwei TeilnehmerInnen. Die Wüstentrekkingwoche mit unserem Team, die Atlaswandertage mit Christian Hlade und unserem Team. Das Treffen der Weltweitwandern-Partner in Berlin im März 2013. Die verschiedenen Weiterbildungsaufenthalte und Reisen, die durch das Projekt „crossing cultures“ möglich waren. Das Brücke-sein-Können zwischen den Kulturen. Gästen bis dahin unbekannte Seiten, Orte von Marokko zeigen können; den Tourismus in Marokko mitgestalten können im Sinne von: eine andere Art von Reisen zu unverwechselbaren Orten anbieten zu können. Die Möglichkeit zu haben, dank der Reisen mit Weltweitwandern und der dadurch aufgebauten Infrastruktur beim Trans-Atlas-Marathon unseren Freund und Tourguide Ahansal Mohamed unterstützen zu können. Der Zusammenschluss zu einer aktiven und engagierten Vereinigung verschiedener Trekkingveranstalter in Marrakesch und Umgebung.

 

Was sollte man von Marokko noch gesehen haben – außer Marrakesch und der Wüste?

Die Berge – den Atlas, Jebel Sarhro. Doch nebst der Landschaft ist es eigentlich das Unterwegssein mit den Menschen von hier, die ein jede Reise immer wieder von Neuem zu dem macht, was sie ist: Eine wunderbare Art, seine Ferien zu gestalten und eine Auszeit zu genießen.

Marokko hat viel mehr zu bieten als „nur“ die Wüste. Es gibt noch vieles zu entdecken und noch viel Arbeit zu leisten. Ein großes Kulturerbe, neue Routen und Orte erkunden – den Anti-Atlas, den Hohen und Mittleren Atlas, den Rif und den Osten – und wer weiß vielleicht irgendwann eine dreiwöchige Karawane organisieren.

 

In vielen nordafrikanischen Ländern sind die letzten Jahre politisch turbulent verlaufen, nur in Marokko nicht. Wie ist die Lage im Land? Wohin entwickelt sich Marokko aus Eurer Sicht?

Marokko hat geschichtlich und mit dem König, der auch Religionsoberhaupt ist, sowie der konstitutionellen Monarchie als Regierungsform eine etwas andere Ausgangslage. Der Kontakt und Bezug zu Europa ist wichtig. Ein friedliches Land, in dem Kinder seit Generationen ohne Waffen aufwachsen können. Wir können nur in unserer kleinen Welt dazu beitragen, diesen Frieden zu erhalten und mit unseren Reisen, mit der Unterstützung von Projekten wie der „ecole vivante“, ein wenig dazu beitragen, dass Menschen verschiedener Religionen und Kulturen sich respektvoll begegnen.

 

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