Gerade erst in Nairobi angekommen, werfen wir nur wenige Stunden später zum ersten Mal einen Blick auf das „Dach Afrikas“, den schneebedeckten Gipfel des Kilimanjaro. In den nächsten Tagen werden wir ihn immer wieder vor Augen haben, zum Beispiel vor der Weite Tansanias. Erklimmen werden wir ihn allerdings nicht; unser Kenia-Partner Toni hat einfache Wanderungen für uns ausgewählt. Gleich als erstes geht’s in die Chyulu Hills, eine 100 Kilometer lange Kette vulkanischer Hügel. Sie sehen aus, als wären feine Grasteppiche über sie gebreitet. In sanften Schwüngen reiht sich einer an den anderen, dazwischen stehen Baumhaine. Tierpfade weisen uns den Weg, in dem Nationalpark wimmelt es vor Zebras und Büffeln, Giraffen und Löwen, Leoparden, Antilopen und Reptilien. Daher begleitet uns auch ein Ranger.

 

Schon jetzt befinden wir uns im Land der Maasai, mit denen wir mehrmals Bekanntschaft machen werden. Zum Beispiel an dem Tag, an dem ein Maasai-Guide uns schon vor Sonnenaufgang abholt, um uns über den Ewaso Niryo Fluss und eine Steilwand hinauf zu führen – Loita-Maasai unternehmen diese Wanderung täglich mit Eseln, um ihre Vorräte aus dem Dorf Ngumuran heimzubringen. Das Klima hat sich nun verändert, die Hitze ist weg. Abends kommen wir in Olmesutye an, einem kleinen Dorf fast schon an der Grenze zu Tansania. Am nächsten Tag erfahren wir, mit welchen Tabus und Sanktionen die Maasai verhindern, dass einzelne Wasser, Wildtiere und Pflanzen im Übermaß nutzen. Maasai-Krieger nehmen uns mit in den Wald des verlorenen Kindes und erklären uns auf den hundertjährigen Pfaden der Elefanten die Baumarten und wie sie sie für die Medizin verwenden.