Wir streifen durch die Gärten und entlang der wüstenhaften Westküste, dabei können wir eine Menge von Vögel beobachten (hier tummeln sich Exemplare mit so hübschen Namen wie Glockenreiher, Wellenastrild und Graukopfliest, ein Eisvogel). In einem engen, grünen Canyon erfahren wir, wie schlau sich Gemüsekulturen anlegen lassen, mittags essen wir dieses Gemüse in einem feinen Restaurant bei kapverdischer Musik. Respekt nötigen auch die Sandfrauen von Aguas Belas ab: Da auf der Insel Sand zum Bauen sehr knapp ist, sieben in den Tälern Frauen den Kies. Jede hat ihren Arbeits- und Lagerplatz sorgsam mit Steinen markiert.

Unsere Unterkunft ist das Ecotec-Projekthaus direkt am größten Sandstrand der Insel Santiago in einem kapverdischen Dorf. Die Bödendorfers kennen die Inseln genau, sie leisten seit dreißig Jahren Entwicklungszusammenarbeit und haben ein Projekt für nachhaltigen Tourismus aufgebaut. In Kleinstgruppen mit höchstens vier Reisenden bieten sie uns Einblicke in den Alltag und spezielle Fotomöglichkeiten, etwa im Kindergarten, in Schulen, bei LandwirtInnen und Fischern.

Die portugiesisch-koloniale Vergangenheit lernen wir in der Hauptstadt Praia sowie deren Vorgängerin kennen. Dann fliegen wir auf die Nachbarinsel Fogo, die ihren Namen („Feuer) dem gewaltigen Vulkanausbruch von 1680 verdankt. Tourismus existiert hier nur im kleinen Stil, auch weil es keine Direktflüge gibt; Lokale und Unterkünfte sind klein und familiengeführt. Wir besteigen den höchsten Gipfel der Kapverden, den Pico de Fogo (2829 m). So trocken dieses verkraterte Eiland ist: Bergab geht’s trotzdem durch den Nebelwald.