Wir brechen früh auf und gehen entlang des Dünenkamms. Der Vormittag steht im Kontrast zu den felsigen Bergketten des Vortags, wir haben freie Sicht auf die Dünenregion von Afara und schauen auf glockenförmige Felskolosse, die aus den Dünen ragen. Unsere Begleiter zeigen uns wilden Sahara-Lavendel und eine der seltenen wasserführenden Gueltas. Die Wanderung führt zu einem Abri mit Felsmalereien von Gazellen und Rindern. Schon bald erreichen wir den Mittagsplatz, der auch unser Nachtlager ist.

 

Der Tassili n‘ Ajjer Nationalpark zählt zu den spannendsten Regionen im Süden Algeriens. Er ist Weltkultur- und Weltnaturerbe zugleich. Die frühgeschichtlichen Fundstätten wie Gräber und die Felsmalereien und -gravuren sind bis zu 10.000 Jahre alt; neben Tieren zeigen sie auch Streitwägen und „Antennenmenschen“, Gestalten mit Tiermasken und andere mystische Szenen. Wir wandern hier durch einen Abschnitt, der erst vor kurzem erschlossen wurde: Von Hochebenen mit Steppengras und Tälern mit Akazien und sogar Wüstenblumen zieht unsere Karawane weiter zu Schluchten und steinigen Mondlandschaften. Nach Wanderungen  zwischen Felsenschlössern, Felsnadeln und Sanddünen geht’s zu einem Pass mit den tpyischen Felsenbögen und danach sehen wir uns die „Höhle der Moufflons“ an.

 

Die Bergwelt von Afara wird auch „das Monument Valley Algeriens“ genannt: Hohe Felstürme, vertikal und frei auf Bergen stehend, scheinen den Gesetzen der Schwerkraft zu trotzen.