Von Addis Abeba fahren wir 130 Kilometer Richtung Norden, in die über 6.000 Hektar großen Wof Washa-Wälder. Riesen-Lobelien und Erika-Bäume säumen den Weg zu unserer Unterkunft in Gosh Meda. Lokale Waldkooperativen haben hier mit einer NGO kleine Gästehäuser entwickelt. Es wird schon kühl in dieser Höhe, in Gosh Meda befinden wir uns auf etwa 3.650 Metern. Bei unseren Trekkings durch die Wälder sollten wir auf die Rock Hyrax stoßen, die wie überdimensionierte Meerschweinchen aussehen, und auf die Dscheladas: Die Blutbrustpaviane hören sich an wie Menschen. Mit Glück bekommen wir sogar den äthiopischen Wolf zu Gesicht, am höchsten sollen die Chancen dazu am späten Nachmittag und am frühen Morgen sein.

In den drei Wochen kriegen wir etliche Kilometer in die Beine. Ehrfürchtig stehen wir vor dem inoffiziellen 8. Weltwunder, den elf Felskirchen von Lalibela. Eine davon, Bet Medhanealem, ist die größte aus Stein gehauene Kirche der Welt, überhaupt scheinen die Bauten von übermenschlicher Hand erschaffen zu sein. An weiteren Welterbestätte besuchen wir die ehemalige Kaiserstadt Gonder, die Simien-Berge und Axum.

Unser Trekking von Sankaber dorthin dauert mehrere Tage. Anfangs genießen wir die Ausblicke auf die Hügellandschaft 800 Meter unter uns. Im Tal stürzt der Jinbar-Fluss über den Abgrund bei Geech. Zwei Zeltnächte später ziehen wir weiter Richtung Axum, heilige Stadt für die Äthiopier: Hier liegen die Ursprünge des Christentums vor mehr als 2.000 Jahren. Auch der Obelisk ragt wieder in die Höhe: Erst 2005 ist er von Rom in seine Heimat zurückgekehrt.