Hocherhobenen Hauptes starren sie uns an. Ihr Blick ist streng, wie ein Warnsignal leuchtet der haarlose rote Fleck auf der Brust. Schon bald wenden die Gelada-Paviane sich aber wieder der Wiese unter sich zu, um geschickt Grashalme abzupflücken. Die zotteligen Backentaschenaffen leben ausschließlich hier, im Hochland Äthiopiens. Drei Tage sind wir zum Trekking in der Region Tigray unterwegs, wo die Häuser im selben Rot leuchten wie die eckigen Tafelberge. Durch kleine Dörfer wandern wir zur Felsenkirche Gohgot Eyesus: Sie versteckt sich unter einer Klippe.

 

Nach dem grünen, kühlen Hochland geht es bergab in eine der heißesten und lebensfeindlichsten Regionen der Erde: in die Danakil-Wüste. Schwefel und Eisen haben das Salz hier gelb und grün gefärbt. Wir sehen riesige Kamelkarawanen beim Rasten, später, in Hamed Ela, können wir zuschauen, wie das Salz aus dem Boden gehauen, in rechteckige Stücke geschnitten und auf die Kamele verladen wird. Nach einer Nacht im Camp brechen wir frühmorgens auf, um die Landschaft rund um Dallol und den Assal-See zu erkunden. Dallol liegt 116 Meter unter dem Meeresspiel und gehört zu den tiefstgelegenen und schwülsten Orten der Erde. Säureseen schimmern in allen Farben, hunderte Fumaloren dampfen vor sich hin. Um acht Uhr abends brechen wir auf zum Vulkan Erta Ale, Kamele tragen unsere Ausrüstung und das Essen. Gegen Mitternacht stehen wir am Rand des riesigen Kraters: Rote Dämpfe steigen auf, aus dem Inneren hören wir die glühende Lava blubbern.