Wandern und Fotografieren

Bei Weltweitwandern tummeln sich – von Madeira- Guide Christa Dornfeld bis zu WWW-Chef Christian Hlade – zahlreiche enthusiastische Fotografen. Hier ein paar Fototipps aus erster Hand.

Welche Ausrüstung?

In erster Linie zählt das fotografische Auge. Manche machen mit ihrem Handy bessere Bilder als andere mit der Spiegelreflexkamera. Generell gilt: Der beste Fotoapparat ist immer der, mit dem man gut umgehen kann. Machen Sie sich vor der Reise mit den Möglichkeiten Ihrer Kamera vertraut: Dazu gehören Autofokus-Funktionen, Programmeinstellungen, Blitzbelichtung und Möglichkeiten des halbautomatischen Eingreifens, wie das Blendenwahl-Programm (Av/AP) zur Festlegung der Tiefenschäre, das Zeitwahl-Programm (Tv/SP) zur Festlegung der Verschlusszeit und die ISO-Wahl zur Festlegung der Lichtempfindlichkeit. Je vertrauter man mit seiner Kamera ist, umso besser kann man sich aufs Wesentliche konzentrieren, nämlich die Bildgestaltung.

Als wichtiges Zubehör auf Reisen empfehlen sich jedenfalls eine gute Fototasche, mit der man die Kamera beim Wandern fotografierbereit am Körper tragen kann, sowie ausreichend Speicherkarten, Reserve-Akkus und eventuell ein Solar-Ladegerät, wenn es in Gegenden ohne Steckdose geht. Enthusiasten haben auch diverse Filter in ihrer Fototasche bzw. am Objektiv: allen voran einen UV-Filter, der die Linse vor Kratzern schützt, aber auch Pol- und ND-Filter. Letztere nehmen Licht weg und ermöglichen auch bei Sonnenschein Langzeitbelichtungen zum Einfangen fließender Bewegungen. Allerdings braucht man dann wieder ein Stativ. Und das ist schon wieder ein eigenes Kapitel.

Aufs Licht achten.

Fotografie ist Gestalten mit Licht. Als Faustregel gilt: In der Früh und am Abend ist das Licht oft milder und daher schöner als in der Mittagssonne, die harte Schatten werfen kann. Wenn Sie die Sonne im Rücken haben, werden die Farben am Bild kräftiger, die Kontraste stärker, und der Himmel wirkt schöner.

Mut zum Gegenlicht!

Fotografieren Sie auch mal gegen das Licht, um die Konturen herauszuarbeiten. Wenn man dabei abblendet, kommt es zu lässigen Lichteffekten. Auch Porträts im Gegenlicht können cool ausschauen – hier unbedingt mit Blitz fotografieren.

Beim Wandern:

Kamerahülle gegen nerviges Kramen nach dem Fotoapparat!

Nehmen Sie unbedingt eine Tasche mit, mit der Sie die Kamera außen am Körper tragen können und so schneller fotografierbereit sind.

Niemals gehen und gleichzeitig fotografieren!

Wer unkonzentriert ist, kann stolpern und das wiederum kann zu Verletzungen führen.

Foto-Etiquette auf Reisen

Kaum ein Mensch mag es, wenn er von einem Fremden ungefragt fotografiert wird. Das gilt für Mitteleuropa genauso wie für entlegene Weltgegenden. Daher immer erst um Einverständnis bitten, wenn Sie jemanden fotografieren wollen – egal ob mit Worten oder Gesten. Und bitte respektieren Sie auch, wenn der Wunsch abgelehnt wird.

Weitere Etiquette-Tipps:

Fotografieren Sie Menschen nicht in peinlichen oder   entwürdigenden Situationen.

Bitte kein Bezahlen von Kindern für Fotos, das verführt die Kinder zum Betteln.

Bei vielen rituellen Handlungen oder in religiösen Stätten ist das Fotografieren nicht erlaubt. (Bei Unsicherheiten fragen Sie Ihren Guide.)

Vertrauen Sie auf Ihr Feingefühl und fragen Sie sich selbst, ob Sie sich an der Stelle fotografieren lassen würden.

Akku leer, Speicherkarte voll?

Das ist die Gelegenheit, in den Herzbild-Modus zu wechseln! Nicht alles muss immer auf Speicherkarte gebannt werden. Intensive Eindrücke werden oft noch intensiver, wenn man kein Objektiv vors Auge schiebt. Solche Momente bleiben oft ein Leben lang im Gedächtnis haften. Ganz von selbst.