Wir starten mitten im Lorbeerwald auf 900 Metern; das Plätschern der Levada klingt so heiter, dass unser bevorstehender Aufstieg gleich viel harmloser erscheint. Der Pico Ruivo („Rote Spitze“) ist immerhin der dritthöchste Berg von ganz Portugal. Unser Guide Richard, der Sohn unserer Madeira-Pioniere Gerald und Christa, der sich jetzt auch auf der Insel niedergelassen hat, führt uns einen alten Schäferpfad entlang. Während unserer Mittagspause am Gipfel genießen wir den Rundblick über die Insel. Bei trüberem Wetter sehen wir immer noch die Bergspitzen aus den Wolken ragen. Zurück geht’s vorbei an uralten Erikabäumen und mächtigen Basaltskulpturen.

Wir kommen an diesem Tag auf 2.000 Höhenmeter, normalerweise sind es  „nur“ 800 bis 1.200. Aus sieben Routen wählen wir je nach Saison und Wetterlage fünf aus. „Von der Südostküste zur Nordostküste“ ist genauso dabei wie Almenwanderungen und der Zauberwald mit den ältesten Lorbeerbäumen Madeiras. Unser Ausgangspunkt ist die neu gebaute Quinta unserer madeirischen Partner. Mit Atlantikblick und hauseigener kleine Landwirtschaft.

Am letzten Tag gehen wir direkt von hier los – um am Abend in unserem Lieblingslokal „O Moinho“ anzukommen. Entlang einer der längsten Levadas der Insel gelangen wir nach Camacha, dem „Dorf der Körbemacher“. Von hier steigen wir in das tief eingeschnittene Tal von Assomada ab und belohnen uns mit dem landestypischen Rindfleischspieß (Espetada) oder dem Degenfisch (Espada): Der wird in bis zu einem Kilometer Tiefe gefangen.

Richard aus unserer Wanderfamilie führt uns entlang handverlesener Wege über die Insel. Wir streifen durch Lorbeerwälder, passieren plätschernde Quellen und genießen den Ausblick auf den Atlantik.