Im Winter ist nichts zu machen. Da gibt es zu vielen der Bergdörfer hier kein Durchkommen. In Schatili, das wir besuchen, wohnen zumindest jetzt in den Sommermonaten ein paar Dutzend Familien. Dieses Dorf ist eigentlich eine einzige Festung: 60 Wehrtürme haben das Land nach Nordosten hin gesichert.

Wild und einfach ist es hier in Tuschetien und Chewurien. Solche Flecken sucht man im restlichen Europa vergeblich. „Man reist hier stellenweise in eine Zeit jenseits der Globalisierung“, sagt Christian Hlade. „Es gibt kaum Supermärkte und internationale Ketten, selten sieht man Werbeplakate.“ Die landschaftliche Vielfalt ist einmalig: weiße Gipfel, tiefe Schluchten, sanfte grüne Bergwiesen und tosende Bäche.

Zu Beginn unseres 9-tägigen Treks gehen wir durch riesige Rhododendronfelder, die im Juli weiß-gelb blühen. Von der Thetu-Spitze auf 3.210 Metern schauen wir auf den mächtigen Kasbek. Für diese Reise ist eine gute Kondition erforderlich, ebenso wie Begeisterung für das einfache Leben.

Unterwegs treffen wir Schafhirten, mit Glück laden sie uns auf eine Jause mit frischem Käse ein. Gegen Ende der Reise überqueren wir den Atsunta-Pass (3.550 m) und damit den höchsten Punkt unserer Tour. Zum Schluss kommen wir zurück in die Hauptstadt Tiflis (Tbilissi) und genießen das orientalische Flair: Das Land ist zwar kulturell stark christlich und europäisch geprägt, durch seine Lage östlich der Türkei blitzt der Orient aber immer wieder durch.