Er ist ein komischer Vogel: Wenn das grüne Quetzalmännchen mit dem leuchtend roten Bauch auf Balz ist, steigt es erst in welligem Flug und rufend nach oben. Dann geht’s im Sturzflug wieder hinunter, bis der Vogel in den Baumkronen verschwindet. Wir sind im Nebelwald von Monteverde, dem ersten privaten Schutzgebiet Costa Ricas. Auch Kolibris kann man hier begegnen, Hunderten Schmetterlingsarten und schwarzen Brüllaffen. Mit Schlafzimmerblick baumeln sie an langen Armen von irgendeinem Baum, bis plötzlich einer in den höchsten Tönen loslegt. Ob wir am Boden oder über schwankende Hängebrücken gehen, es ist grün, soweit man schaut. Wenn es nicht zu nebelig ist, sieht man den spitzigen Vulkan Arenal emporragen.

Costa Rica, das ist üppiges Naturparadies: Mangoplantagen und Eichenwälder, Schildkrötenstrände und Buchten mit bunten Fischen. Immer wieder kommen wir mit Ticas und Ticos, wie die Costaricaner sich selber nennen, ins Gespräch. Die Frauenkooperative CASEM verköstigt uns, Doña Cristina führt uns durch ihren Heilpflanzengarten. Und wer mag, schaut bei einem Tanzsalon Menschen zwischen 16 und 75 beim Tanzen zu Salsa-Rhythmen zu.

Auf der Isla de Chira, der größten Insel des Landes, gehen wir zur Lodge La Amistad, „Die Freundschaft“, und besuchen das Frauenprojekt Damas de Chira. Mit ihrem Ausflugsboot fahren die Öko-Fischerinnen uns durch die Mangrovenwälder von San Pablo, hier gibt es Reiher, Pelikane und rosarote Löffler zu sehen. Die Nacht bringen wir in der Lodge zu, mitten im Wald.