Grüne Blätterdächer, durch die wir das Sonnenlicht erahnen, dicke Lianen. Die Eichen sind bis auf den letzten Millimeter mit Flechten, Moos und Farnen überzogen. Begrünte Berge, soweit wir sehen können. Und irgendwo hockt vielleicht der Quetzal und scheint mit dem Dickicht zu verschmelzen. Schon die Mayas und Azteken verehrten ihn als Göttervogel, seine bis zu ein Meter langen Schwanzfedern waren das Symbol höchster Macht. Wir besuchen die abgelegene Berggemeinde Providencia de Dota und sehen den höchsten Pass Mittelamerikas: den Cerro de la Muerte. „Gipfel des Todes“ heißt er, weil hier so mancher auf seinem Weg vom Süden ins Zentraltal im Nebel verloren ging.

Unser Expeditionsgebiet ist die vulkanische Cordillera Central, die Costa Rica von Nordwesten bis Südwesten durchzieht. Vielstimmige Vogelkonzerte begleiten uns, wir schaukeln über Hängebrücken und in den Bäumen sehen wir mal ein Faultier, mal ein paar Äffchen. Wir lernen kleine Dörfer und ihre Bemühungen um die Umwelt kennen und sehen, wie Vanille und Kakao angebaut werden. (Das Mittagessen kommt stets elegant mit Bananenblättern umwickelt. kürzbar)

An einem sicheren Stahlseil überqueren wir den Rio Savegre, den wohl klarsten Fluss Mittelamerikas. Weiter geht es bergauf in ein kleines Bergparadies, zum Öko-Betrieb Rancho Tinamú. Wir lassen uns vom „Hexenkessel“ nassspritzen, probieren die Schlammmaske unten am Fluss und gehen abends auf Froschtour. Und wer Don Santiago noch nicht singend mit seiner Gitarre erlebt hat, könnte heute abend noch Glück haben.